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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-06-23 · Heft 26 (23.6.1851) · p. Seite 306

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 26 (23.6.1851)
Date
1851-06-23
Page
Seite 306 (sequence 10)
Language
German
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306 7) Von den dies Reglement betreffenden Veränderungen. 8) Von den vorläufigen Bestimmungen. Der Entwurf ist von einem sehr in's Einzelne gehenden Berichte begleitet, der die Grundsätze auseinandersetzt, welche die Kommission bei dieser Arbeit geleitet haben. Hier die hauptsächlichsten in Betreff der Verwaltung. Die allgemeine Verwaltung ist einem Kollegium mit dem Titel „Allgemeine Verwaltung des israelitischen Kultus in den Niederlanden" anvertraut; diese wird die seit 1814 eingesetzte „Oberkommission" ersetzen. Die „Allgemeine Verwaltung" wird mindestens dreiundzwanzig Mitglieder und einen Schriftführer umfassen; zweiundzwanzig dieser Mitglieder werden von den deutschen, die anderen von den portugiesischen Israeliten ernannt. Die Wahl dieser Mitglieder geschieht durch Wahlkollegien. Das nördliche Holland (Amsterdam u> s. w.) ernennt neun, der südliche Theil (Rotterdam, Haag u. s. w.) vier; alle anderen Provinzen jede eins. Ein besonderes Wahlreglement ist dem Berichte beigefügt. Die Mitglieder der „Allgemeinen Verwaltung" werden auf sechs Jahr ernannt; sie erneuern sich alle zwei Jahr um ein Drittel. Die „Allgemeine Verwaltung" ernennt aus ihrem Schooße eine permanente Kommission von sechs Personen, von denen, so weit dies möglich ist, zwei in Amsterdam, zwei im Haag und eine in Rotterdam wohnen wird. Der Sitz der Allgemeinen Verwaltung ist in Amsterdam, der der permanenten Kommission im Haag. Dieser Plan wird höchst wahrscheinlich einige Veränderungen erleiden, aber er wird stets der Ausgangspunkt der endlichen Organisation sein. Ehe sie so weit gelangt, wird die Arbeit der Kommission an verschiedene israelitische Gemeinden gesendet werden, und die verschiedenen Bemerkungen, zu denen sie Veranlassung geben wird, werden durch die Organisationskommission zur Reis« gebracht werden. Einer der Punkte, welche vorzüglich eine Meinungsverschiedenheit verursachen können, ist die Frage über die Unterdrückung des Konkordats, oder des 1810 zwischen den deutschen und portugiesischen jüdischen Gemeinden getroffenen Uebereinkommens, welches die gegenseitige Aufnahme von Mitgliedern des einen in Len andern Ritus untersagt. Die Frage über die Verschmelzung, die kürzlich in Frankreich angeregt ist, hat ihren Wiederhol! in Holland gefunden, und man hat behauptet, daß der 1810 unter der Kaiferherrschaft geschloffene Vertrag in keiner Weise auf die heutige konstitutionelle Regierung und religiöse Freiheit anwendbar sein könnte. Die Verschmelzung hat Freunde bei beiden Riten gefunden und die portugiesische Gemeinde im Haag hat sich offen dafür erklärt. Von der andern Seite hat sich die Majorität der Organisationskommission dagegen erklärt unter dem vielleicht nicht sehr angenehmen Eindruck der Weigerung der portugiesischen Gemeinde von Amsterdam, sich an dieser neuen Organisationsarbeit zu betheiligen, welche freilich große Schwierigkeiten in finanziellen Beziehungen hat. Aber die Organisationskommission hat, statt diese Schwierigkeiten hinwegzuschaffen, sie vielleicht durch einige sehr herbe Worte in ihrem Berichte vergrößert; ebenso steht zu befürchten, daß auch bei uns die Verschmelzung nicht alzubald vor sich gehen wird. Wie dem auch immer sein mag, diese Berathungen, diese Arbeiten verleihen den israelitischen Angelegenheiten in Holland größere Lebendigkeit, wozu zum Theil die seit zwei Jahren errichtete israelitische Gesellschaft beiträgt, welche durch Veröffentlichungen, Vorlesungen und andere Mittel den israelitischen Geist aufrecht erhält und Moral und Bildung unter ihren Glaubensgenossen befördert. Diese Gesellschaft hat zu Ehrenmitgliedern die Herren Dr. Sommerhausen in Brüssel; Cahen, Redakteur der Aroliives israelites; Da Sola, Geistlicher der portugiesischen Gemeinde in London, und den vr. Jost, den gelehrten israelitischen Geschichtsschreiber in Frankfurt, ernannt. (Arcli. israel.) Algerien. _ Algier, im Juni. Zu Oran hatten am 29. Mai Abends 70 bis 80 eingeborene Tirailleurs in der Judengaffe, wo sie mit mehreren Juden in Streit geriethen, arge Exzcffe verübt und viele Personen verwundet. Nur mit Mühe gelang es der Polizei und den herbeigeeilten Patrouillen, die Ruhe herzustcllen.

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