Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 24 (9.6.1851)
- Date
- 1851-06-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XV. Zahrzang. Altgemerne No. S4 Zeitung des Zudenthums. Ein rmparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: irr. Ludwig Philippfon, Dr. B. Meyer, »o Dt in er z u M agd e bürg. verantwortlicher Red>rL1eur. Leipzig, den 9. Jnm 1851. Diese Aeitunz erscheint wöchentlich einmal, Momkags, und wird jährlich 7^ Bogen in Quart inkl. des Litels, Registers u.s. w. umfassen. In Gcriraßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für dm Jahrgang; — l Thlr. 15 Ngr. (1 Lhlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22>/r Ngr. (18 gGr.j für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptfpedition für beide Letztere hat sich die königl. fachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artige! r Parallele. Vi.Die Schweiz uad Egypten. Zeitungsnachrichten: Deutschland: München, Hamburg, Brestsu, Berlin. Oesterreichisch er Kaiserstaat: von der galizischeu Grenze, Lemberg, Ä>im, Prag. G r o ßbr i tan i c n : London. Rußland: mi der russischen Grenzt, Kalisch. Literarische Nachrichten: Magdeburg, Magdeburg. Korrespondenz r Kultusreform. Von Dr. H. I. Fahrenbach, Rabbiner zu Lippe-Detmold. Leitender Artikel. Magdeburg, 1. I u n i. Parallelen. VI. Oie Schweiz und Egypten^ Wir verglichen nicht allem diejenigen Gegenstände, welche Aehnlichkeiten mit einander haben; wir vergleichen auch oft die Gegensätze, um den verschiedenen Charakter durch diese Ntlkxneinanderstellnng klarer zum Bewußtsein zu bringen. Denn was hättest du, herrliches Land der Alpen, für Ähnlichkeit mit dem Laa.de des immer naher rückenden Wüstensandes, mit der Ebene und dem Tiefthale, durch das der- Nil seine gelben, Schlamm treibenden Wellen führt, wenn nicht durch den vollendeten Gegensatz? Dort ragen, halb verschüttet, die LeichenkNionumente der egyptischen Könige, die Pyramiden, von deren Spitzen „vier Jahrtausende" herabschauen; hier die ewigen Säulen des europäischen Festlandes. Dort der glühende Sand; hier der ewige Schnee und die Gletscher. Dort fruchtbare Felder, wenn der Nil seine Wasser darüber gegossen und seinen Schlamm zurückgelassen hatte; hier die immer grünen Matten und die alter Forste und Horste und fruchtbaren Thaler. Dort der erstickende Samum; hier der frische Föhn. Dort das Schweigen der Wüste; hier die Schalmei und das Rauschen der Bäche und Fälle und das Horn von Uri. Dort der stechende Strahl der Sonne, der vom glitzernden Kiesel zurückprallt, daß das Äuge des Menschen erblindet; hier den Silberschimmer von den weiten Seen, den g.mnumbuschten und wildumselsten. Und Egypten — so weit wir in deine Geschichte zurückblicken, sehen wir Nichts als ein geknechtetes Volk und despotische Herrscher, ein Volk, das sich knechten lassen will, und Herrscher, die nurDespoten zu sein verstehen. Knechte haben die Pyramiden von Fairuin und die Obelisken von Lur'or aufgerichtel; Sklaven haben die Sphinxe und Memnonssäule gemeißelt, denn fnc den Sklaven ist das ganze Leben ein Rathsel, und tönt nur in einem flüchtigen Augenblicke der Klang des Höhern, früh Morgens, wenn der Tyrann noch schlaft — wecket ihn mcht! . . . Sklaven haben die Kanäle gegraben und die Schöpfräder getreten; in den unzeheueren Leichen kämmen! ruhen Nichts als Sklaven, t>k im Tode nochmit den Zeichen ihrer Knechtschaft umgeben sind. Knechte unter den Pharaonen, die selbst Knechte ihrer Priester waren; Knechte unter dem Kanibssses und Alexander,