Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 22 (26.5.1851)
- Date
- 1851-05-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xv. Zchrgang. Allgemeine No. SS Zeitung -es Zu-enthuws. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Ur. Ludwig Philippsou, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 26. Mai 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, RrZisters u. s. w. umfassen. 3» Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis außevst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngrr. (1 Thlr. 12 gGr.) fürsechs Monate — 22'/a Ngr. (IS gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter u^id Aeitungs-Erpeditionem nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere Hat sich die köriizl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel r Parallelen (Fortsetzung). V. Holland und Norwegen. Zeitungsmachrichten: Deutschland: Breslau, Berlin, Aachen, -aus Württemberg. O e st e r r c i ch i sch e r K a i s e rst aa t: Wien, Brody, Prag, Lßrag, Prag. G r o sibri tanien: London, Manchester. Nuß Land: iuiö Litthauen, von der russisch-bukowinaer Grenze. Literarische Nachrichten: Magdeburg. Leitender Artikel« Magdeburg, 18. Mai. Parallelen. (Fortsetzung.) V. Holland und Norwegen» Setten werden zwei Landergebiete, die sich so nahe liegen, zwei Küstenländer eines und desselben Meeres, so viele Verschiedenheiten darbieten an Beschaffenheit und Geschichte, wie Holland und Norwegen. Holland, das vom Meere angeschwemmt und dem Meere abgewonnen ist^ während Norwegen den andrangenden Wogen entgegentritt und zuruft: bis hierher und nicht weiter! Holland, das, eine weite ebene Landschaft, unter dem Niveau des Meeres liegend, künstlich aufgethürmter Dünen und Dämme bedurfte und bedarf, rim vor den darüber stiuzenden und es begrabenden Wellen zu schützen, daß es zu aller Zeit in des Manschen Hand liegt, seine Fluren in «inen großen See zu verwandeln, und daß seine reiche, große Hauptstadt auf einem Wald von Eichenrssten steht — Norwegen, dessen ganze Küste aus kantig.-» Felsenriffen besteht, um welche vergebens Sturm und Brandung heulen utrö schäumen; tausend Fiorde schneiden in das Land, dm blauen Wellen eine Zuflucht und ein Tanzplatz, aber die Felsen und Höhen engen sie schnell wieder ein; und dessen ganzes Gebiet von schneebedeckten Bergen durchzogen ist, ein mächtiges Hochland. Ihtb ihre Geschichte! Beide Länder werden von kräftigen, ausdauernden, freiheltUebenden Stammen bewohnt; aber der Holländer ist ruhig, besonnen, phlegmatisch, der Nottv»ege feurig, leidenschaftlich, thatenglühend; und dennoch, die Glut des Norwegen verraucht seit alten Zeiten zwischen seinen kalten Felsen und Höhen, «ährend der phlegmatische Holländer eine Zeit lang sich zum Herrscher der Meere machte, und in Ostindien, am Sübkap Afrika's und im südamerikanischen Surinam seine siegreiche Flagge entfaltete. Die Geschichte Norwegens dreht sfch um kleinliche Handel, ohne Interesse für die Weltgeschichte; Holland aber war es, das in Änem Ungeheuern Kampfe den kriegsZewohnten Legionen Spaniens seine Freiheit abrang, und zuerst der Welt die Schwächen des hispanischen Kolosses zeigte; Holland, das den Heeren des mächtigen Louis XIV. widerstand, und ihren Siegen immer wiederholt und nie ermüdend ein Ziel setzte. So erscheint denn Norwegen nur als ein Anhängsel bald Dänemarks, bald Schwedens, trotz seiner Verfassung unselbstständig als drittes Glied sich schließend an die beiden anderen rivalisirenLen Glieder des skandinavischen Kleeblatts; wahrend