Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 21 (19.5.1851)
- Date
- 1851-05-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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xv. Jahrgang. Allgemeine No. 21 Zcituug des ZudcnthumS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippsori, Dr. V. Meyer, Rabbiner z» Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzigs den 19. Mai 1851. Dissie Zeitung erscheint wö^entlich einmal, Montag s, und wird jährlich 7 8 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfasse«. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Lhlr. für den Jahrgangs — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchha«dlungen, Postämter und ZeiitÄirgs-Erpeditionen nehmen Bestellwirgen an; der Ha»p>tspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier urckk-Zogen. Inhalt. Leitender Artikel: Parallelen (Fortsetzung). IV. Dkö alte undas neue Spanien. Zeitri«gsnachrichten: Deutschland: Mannheim, ^arlsrvtze, Darmstadt, Meiningen, Breslau, aus der P-rovinz Po-sen, aus dem Posenschen. Ocsterreichischer KaistNliaat: Prag, Pesth. Australien: Adelaide. Literarische Nachrichteißr Leipzig, Brilon, Alteirmuhr, Magdeburg (Schluß). Leitender Artikel. Magdebu rg, 12. Mai. Parallelen. (Fortsetzung.) 1Y. Das alte und das neue Spaniern ES ist immer eine höchst beachtenswerthe Erscheinung, wie im Laufe der geschichtlichen Zeit der Mittelpunkt und die Region einer lebendiges, und lebensvollen Kultmr von einem Erdstrich zum andern gerückt ist, und zwar nicht etwa mit extensiver Ausdehnung ihres Gebietes, st adern indem die Kultur den eiNM Erdstrich, den sie inne gehalten^ verließ, um den andern einzunehmen. Wenn wir von der uralten Weisheit Indiens leisen, mnd wie alle Handelswege des Alterthums dahin, als ihren Ausgangspunkt, weisen, so können wir nicht anders als in dessen nördlichen Raumen den Sitz einer Kultur voraussetzen, die schwand, als sie ihren Fuß weiter nach Norden und Westen richtete. Wer weiß es nicht, daß ihm hierin Egypten gleich that, dessen riesige Monumente inrmec wieder due Augen des Forschers auf sich ziehen? Wer weiß es recht, wie viele Jahrhunderte in den weitem Gebieten Medlens, Assyriens, Persiens die Kultur iljren eigentlichem Sitz hatte; bis sie, nach Westen vordrßmgend, das citzäische Meer und den Hellespont überschreitend, endlich mach Griechenland wanderte, da Lieblingsslätten ihrer Wege aufschlagend; von hier aus, Großgriechenland in Unleritalien gründete, und allmälig das machtcge Rom zum. Herzen ihres Reiches, wenn auch gezwungen, erkor? Aber als Griechenland aufkam, da zog sie sich allmalig aus den Fluren Asiens zurück; als Rom emporstieg, da erblich der Stern Hellas'. Jetzt veränderte sich ihre Richtung, und mit dem Beginn des Mittelalters wich sie allrnalig aus Unteritalien nach Oberitalien, nach Deutschland, aus Spanien und Portugal nach Frankreich; dann kamen die nordischen Staaten empor, Holland, England, Dänemark, Schweden, und endlich falzte selbst Rußland nach. Wie liegen jetzt die unermeßlichen Länder Asiens danieder! wie bedeckt Egypten der Sand der Wüste! was ist aus Palästina imb Syrien geworden! und Griechenland! und Unteritalien und Mbttelitalien — Sizilien z. B. ehemals die Kornkammer Roms, jetzt selbst der Zufuhr bedürftig — und Portugal und Spanien! Nachdem dieKultur nun dasnördliche Europa durchdrungen, ist sie abermals gen Westen über den Ozean