Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 19 (5.5.1851)
- Date
- 1851-05-05
- Page
- Seite 228 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225714-3225734--11721-3241845- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
228 120*.) — Selbst in der Sterbestunde des Moses hatte er keine Gewalt über ihn. „Samael hoffte endlich, die Seele des Moses zu bekommen. Er sagte: O! wann wird einmal Michael weinen und ich lachen! ... Da befahl Gott Gabriel, die Seele Mosis zu holen. Dieser antwortete: Ich kann Moses nicht sterben sehen. Gott befahl daffelbe dem Michael. Dieser antwortete wie Gabriel. Gott sagte dann zu Samael: Er sei also dir übergeben. Alsbald eilte Samael wuthentbrannt davon. Bei Moses angekommen, fand er denselben gerade den „Schem Hamephorasch" schreibend, und Samael fürchtete sich vor ihm und sprach bei sich: Gewiß kein Engel ist im Stande, seine Seele zu nehmen. Moses aber rief ihm zu: Keinen Gruß dem Ruchlosen, spricht Gott. Was willst du hier? — „Deine Seele nehmen." — Entflieh, rief Moses, verfolgte ihn, und stach ihm die Augen aus.*) (Fortsetzung folgt.) *) M. r. 302 2* *. Folgende talmudische Parabel, über die Nothwendigkeit Satans als böse Begierde, für das Menschengeschlecht, dürfte hier nicht am Unrechten Orte stehen. „Die Israeliten schrieen zu Gott" (Nechem. 9, 4.) Rab sagte: Sie schrieen, wehe, wehe! ist es nicht dieser (das böse Prinzip, Satan), der den Tempel zerstörte, das Heiligthum verbrannte, die Frommen hinschlachtete und die Israeliten aus ihrem Lande vertrieb, und dieser treibt noch sein Wesen unter uns, du (Gott) gabst ihn uns doch, damit wir einen Lohn zu erwarten haben, wir mögen ihn und den Lohn nicht! Da fiel eine Schrift vom Himmel, darauf stand geschrieben: Wahrheit. Hieraus sagte Rabbi Ehanina, ist zu entnehmen, daß das Siegel Gottes „Wahrheit" ist. Sie fasteten dann dreißig Tage und dreißig Nachre und er (Satan) wurde ihnen überliefert. Es kam nämlich ein Wesen aus dem Allerheiligsten, das einem feurigen Löwen glich. Der Prophet sprach zu den Israeliten: Sehet da den Verführer zum Götzendienste, denn so wurde gesagt (Zachar. 5, 8.): Ec sprach, dieses ist die Bosheit. Während dem sie ihn ergriffen, wurde ihm ein Haar entciffen und er stieß darob ein Geschrei aus, das auf 400 Parasangen ertönte. Sie sprachen, was machen wir nun? Es scheint, daß man im Himmel sich seiner erbarmet. Da sprach der Prophet zu ihnen: werfet ihn in einen bleiernen Kessel und verschließt die Oeffnung mit Blei, denn Blei saugt den Schall ein; wie gesagt wurde (das.): „Er sprach: dieses ist die Bosheit und er warf sie in das Epha und legte ein bleiernes Gewicht auf die Mündung." — Nun, sprachen die Israeliten, da jetzt eine Gnadenzeit ist, so wollen wir gegen den Verführer zur Wollust beten. Sie thaten es, und er wurde ihnen überantwortet. Er (der Prophet) sprach zu ihnen: Sehet, wenn ihr diesen tödtet, gehet die Welt zu Grunde (stirbt das Menschengeschlecht aus). Sie hielten ihn drei Tage gefangen und siehe, es war kein neu gelegtes Ei in ganz Palästina zu finden. Was ist nun zu thun? sagten sie, bringen wir ihn um, gehet die Welt zu Grunde; sollen wir die Halste erbeten (daß die höchste Keuschheit existire)? Das Halbe wird im Himmel nicht gewährt. Sie blendeten ihn, und entließen ihn sodann. Es half soweit, daß der Mann keine Leidenschaft für seine nächste Verwandtin hat. (Joma 693.) Daß der Satan, wie der Ahriman der Perser, am Ende der Tage vernichtet werden wird, zitirt der Aruch aus Talmud Jeruschalmi. S. Rosch Haschana 16b. Toffaphot Ans. C^2). Brecher. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Vertagshandlung. Ein Kantor, Schächter und PNL rrvna wird zum 1. Jurli d. I. an unserer Gemeinde mit einem jährlichen Gehalte von 150 Thlr. exkl. Nebenakzibentien zu engagiren gesucht. Hierauf Reflektirende wollen sich baldigst beim Unterzeichneten persönlich oder in srankirten Briefen, unter Einreichung ihrer Zeugnisse melden. Strzelno (Posen), den 25. April 1851. Der Vorstand. &n junger Mann, welcher bereits sechs Jahr in einem bedeutenden Ledergeschäft konditionirt, und auf Verlangen die besten Zeugnisse aufweisen kann, sucht zu Johanni d. I. in solchem Geschäft eine Stelle. Geehrte Prinzipale, welche hierauf reflektiren, wollen sich gefälligst an S. Rofenstern per Adresse Herrn S. Sonnenfeld in Nordhausen wenden. Ein Kandidat der Philosophie und der jüdischen Theologie wünscht sofort eine Hauslehrerstelle unter annehmbaren Bedingungen anzunehmen. Näheres in der Buchhandlung von E. Mett in Berlin. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und durch alte Buchhandlungen zu beziehen: Kleiner Katechismus der israelitischen Religion. Von vr. Ludwig Philippson, Rabbiner. Preis 21/2 Ngr. (2 gGr.). Gebunden 4 Ngr. (3 gGr.). Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld.