Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 18 (28.4.1851)
- Date
- 1851-04-28
- Page
- Seite 214 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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214 t«n, den öffentlichen Gottesdienst zu leiten, und das ihm unterstehende Kultuspersonal zu überwachen, den Religionsunterricht zu beaufsichtigen, Trauungen vorzunehmen, die Matriken zu führen, den Schächter zu prüfen und Jünglinge, die sich der rabbinischcn Wissenschaft widmen wollen und die nöthigen Borkenntnisse im Talmud und der Kasuistik bereits besitzen, hierin weiter zu unterrichten." — ß. 77: „Wo die Verhältnisse der Kultusgemeinde es erfordern , muß der Rabbiner auch der schulpflichtigen Jugend den gehörigen Religionsunterricht ertheilen (§§. 4 und 5)." (Fortsetzu ng folgt.) Frankreich. Paris, im April. Auf den Vorschlag des Herrn Barthelemy Saint-Hilaire hat die Nationalversammlung ein Amendement zum Gesetz über die Krankenhäuser angenommen, wonach überall, wo ein israelitisches Konsistorium ist, der israelitische Kultus in der Verwaltung der Krankenhäuser vertreten sein müsse. (Arch. isr. de Fr.) — Jrrthümlich haben wir in voriger Nummer die Forderung des Ministers für den Wiederbau der großen Synagoge auf 260,000 Fr. angegeben; es sind nur 60,000 Fr. —. Die Israeliten in Durmenach sind auf ihre Forderungen an die dortige Kommune wegen der erlittenen Plünderung im Jahre 1848 durch den Gerichtshof in Altkirch abgewiesen; doch gelangt nun die Sache an den zu Kolmar in zweiter Instanz. (Nach den Arch. isr. de Fr.) Polen. Warschau, 15. April. Der Administrationsrath des Königreichs macht bekannt: Da dem allerhöchsten Willen gemäß die jüdische Kleidung vom 13. Januar dieses Jahres unbedingt verboten ist, mit Ausnahme der armen, über 60 Jahre alten Greise, denen ein besonderer Erlaubnißschein zur fernern Beibehaltung ihrer frühern Kleidung, und zwar gegen Entrichtung der durch den Beschluß vom Jahre 1845 bestimmten Abgabe ertheilt wird, da trotzdem noch eine bedeutende Anzahl Juden vorhanden ist, die sich noch nicht der neuen Kleidung bedienen: so wird den Erekutivbehörden hiermit entschieden anbefohlen, jedes mögliche Mittel anzuwcnden, selbst den Personalzwang nicht ausgenommen, um die Juden zu nöthigen, sofort sich so zu kleiden, wie die Einwohner christlicher Konfessionen. — Uebrigens beziehen sich die Vorschriften, welche die Aendrrung der jüdischen Kleidung betreffen, nur auf die gewöhnlichen Alltagskleider. In Betreff des Anzuges, den die Juden gewöhnlich zum Gottesdienste am Sabbat und an Feiertagen tragen, soll ihnen dieser nicht verboten sein. (Von der jüngsten frankfurter Messe erzählte man uns, daß, als inan viele Polen in europäischer Kleidung bcfrug, ob sie die alte, abgelegte zurückzuhaben wünschten, sie dies lebhaft zurückwiesen und sich ganz wohl dabei fühlten. Red. d. A. Z. d. Jud.) Nordamerika. New-Bork, im März. (Privatmitlh.) Die nvrdamcrikanischen Juden haben einen großen Verlust durch den Tod des bekannten Mordechai M. Noah, Major, Mitglied der gesetzgebenden Versammlung, Präsident der jüdischen Wohlthätigkeitsgescllschaft, früher durch seinen Versuch der Gründung einer jüdischen Kolonie sehr bekannt, erlitten. Er starb den 21. März, 66 Jahre alt, da er den 19. Juli 1785 in Philadelphia geboren. Sein Leichenzug war ein ungeheurer, und hielt Dr. Raphall die Grabrede. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Die jüdische Bevölkerung. Wir haben bereits einige Daten aus dem Vorträge des G. R. Dieterici „über die Vertheilung der Bevölkerung auf der Erde nach Religionsverschiedenheit" mitgetheilt. Jetzt, wo der Vortrag gedruckt vor uns liegt, entnehmen wir ihm noch Folgendes. „Die meisten Juden wohnen in Europa in Rußland 1,200,000, etwa der 57ste Einwohner (???)• Im österreichischen Staate leben 669,000, ungefähr der 57ste der Bevölkerung; wenig sind in Frankreich, 57,000 (???), etwa der 500ste; noch weniger in England, 15,000 (???), also der 1860ste; mehr sind in Holland und Deutschland; in Letzterm sehr verschieden vertheilt, verhältnißmäßig die Meisten in kleinen Staaten, namentlich in Frankfurt am Main, Hamburg, Bremen, sehr viel auch