Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 17 (21.4.1851)
- Date
- 1851-04-21
- Page
- Seite 200 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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200 180maliger Vergrößerung, für den ganzen Himmel 20,374,000 Sterne an. Zn einem noch machtigern Instrumente, in dem 40füßigen Spiegelteleskop hielt Sir Willam Herschel in der Milchstraße allein 18 Millionen für sichtbar. (Fortsetzung folgt.» Miszellen. Der „Lloyd" enthält Folgendes: In Pesth erregt folgender mehr tragisch, als komischer Vorfall viel Aufsehen. Ein Kommis, der daselbst längere Zeit servirte und aus Triest gebürtig war, warb um die Hand eines Judenmadchens, die er auch ohne Anstand erhielt, indem sich die Wünsche Beider darin vereinigten. Der Hochzeitstag ward gefeiert und das junge Ehepaar freute sich herzinniglich. Am Tage nach der Hochzeit wendete der Glückliche seine ganze Ueberredungskunst an, seine Ehehälfte zum Uebertritt zur katholischen Religion zu bewegen, was ihm aber nicht gelingen wollte. Am Abend fand sich ein Schreiben im Zimmer des Ehegatten, worin er erklärte, daß er in diese Ehe eingegangen, weil er gehofft hatte, seine Frau zum Uebertritte einer Religion zu bewegen, der er angehört — und er erschien nicht wieder. Am 29sten März hielt im „wissenschaftlichen Verein" zu Merlin der Geh. R. Dieterici, Direktor des statistischen Büreau's einen Vortrag über die Bertheilung der Bevölkerung nach der Religion. Allerdings mußte auch er mit den Schwierigkeiten einer genauen Ermittelung der Bevölkerungen und ihrer Vertheilung beginnen, und daß insonderheit Afrika in dieser Beziehung nur eine ungefähre Schätzung zulasse, da .dessen Inneres noch völlig unbekannt ist. (Nicht ebenso das Innere Asiens? Und wer will die Bevölkerung Australiens seststellen?) Die Bewohner der Erde werden jetzt auf 1030 Millionen geschätzt. Man rechnet davon auf Europa: 252 Millionen Christen, 5^2 Mill. Muhamedaner, 2*/2 Will. Juden; auf Asien: 550 Mill. Bekenner des Brahmaismus und Buddhaismus, 3 Mill. Juden, 4 Mill. Christen und 33 Mill. Muhamedaner; auf Afrika: 2 Mill. Juden, 52*/* Mill» Muhamedaner, 2y2 Mill. Christen und 51 Mill. Heiden; auf Amerika: 45 Mill. Christen, 3-5 Mill. Heiden und (etwa 100,000) Juden; auf Australien: 1 Mill. Christen (???), 1 Mill. Heiden. Danach theilte sich die Bevölkerung der Erde in: 8 Mill. Juden, 304 Mill. Christen, 111 Mill. Muhamedaner, 550 Mill. Buddhaisten und Brahmaisten, 57 Mill. Heiden. (Außer den 8 Mill. Juden zählen also die aus dem Judenthum entsprungenen Religionen 415 Millionen Bekenner.) In Europa waren so unter 100 Bewohnern 97 Christen, 2 Muhamedaner, I Jude; in Asien unter 200 Bewohnern 186 Buddhaisten und Brahmaisten, 1 Jude, etwas über 1 Christ und etwas über 11 Muhamedaner u. s. w. Literarische Nachrichten. Magdeburg, im April. Das Transzendentale, Magie und magische Heilarten im Talmud. Von vr. Gideon Brecher, israel. Spitalarzt zu Proßnitz. Wien, 1850. Der gelehrte Kommentator des Kusri bringt hier eine fleißige Zusammenstellung der verschiedenen Stellen des Talmuds über transzendentale Gegenstände, um die talmudische Anschauung darüber klar entgegentreten zu lassen. Die Gegenstände sind: Theo- und Angelologie (der Vers, hätte sicher besser gethan, wenn er einfach „von Gott und den Engeln" gesagt hätte), Dämonologie (von Geistern und Gespenstern), von der Seele, von der Prophetie, von den Visionen, vom Traum, von der Zauberei, von den kosmischen und magischen Einflüssen auf den Menschen und dessen Zustände, magische Heilungen. Man sieht, lauter interessante Gegenstände. Gestehen wir nun zu, daß sich über diese Gegenstände noch manche Stellen zu den vom Vers, angeführten fügen ließen: so hat doch der Vers, das Verdienst, erstens das positive, durch die Sammlung der Stellen ein recht anschauliches und übersichtliches Bild zu geben, zweitens das negative, nicht durch Künsteleien und Schwulst das Bild wieder verzerrt, und weder in Haß, noch in Liebe es durch ein Vergrößerungs- oder Verkleinerungsglas gezeigt zu haben. Das Buch ist daher Allen verständlich, Allen zugänglich. Es gießt keine Hegel'sche Philosophie über vormittelalterlichen Aberglauben, und sucht keine Schelling'schen Definitionen in kindlich-naiven Vorstellungen. Das Buch zeigt eben, was wir längst wußten, daß die Talmudisten keine Philosophen waren, daß sie, die Riesen in der Auslegung des Gesetzes, Kinder waren aus dem Ge-