Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 17 (21.4.1851)
- Date
- 1851-04-21
- Page
- Seite 198 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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198 die in Toskana herrschende katholische Religion das Tanzen während der Fastenzeit nicht gestatte. (Unter Karneval ist Purim zu verstehen, das an vielen Orten mit Ballen sin Paris und London zu wohlthatigen Zwecken) gefeiert wird.) Frankreich. Paris, 2. April. Der Minister der Kulte legte in der heutigen Sitzung der Nationalversammlung einen Gesetzentwurf für Bewilligung eines Kredits von 260,000 Frcs. (beinahe 70,000 Thlr.) zu dem Wiederaufbau der großen Synagoge in Paris vor. —. (L'Univ. isr.) Der Großrabbine in Kolmar hat zahlreiche Subskriptionen zur Errichtung von Religions- und Talmudschulen in verschiedenen Ortschaften des Oberrheins gesammelt. Insbesondere wird in Kolmar selbst eine rabbinische Borbercitungsschule für Jünglinge, welche in die Zentralrabbinerschule von Metz eintreten wollen, errichtet. Türkei. Man schreibt Sir Moses Montefiore und dem Oberrabbiner zu London aus Konstantinopel, daß man in einer Provinz des türkischen Reiches bei dem Tode eines Kindes die Israeliten angcschuldigt hat, es gelobtet zu haben, um sich des Blutes zu bemächtigen. Zwanzig Israeliten mit mehreren Rabbinen sind in's Gefängniß geworfen und grausam mißhandelt worden. Zwei von ihnen sind an schrecklichen Torturen unterlegen. (Arch. isr. de Fr.) Donaufürstenth inner. Bukarest, 14. März. Der Bankier Hillel Manoach hat in diesen Tagen vom Sultan als Anerkennung der bedeutenden Dienste, die er dem Lande geleistet hat, den Orden des Nischan-Jstichar dritter Klasse mit Brillanten erhalten und ist zugleich in den Rang der Bankiers erster Klaffe erhoben worden, mit der Besugniß, den Feß mit dem kaiserlichen Namenszuge zu tragen, wie die zwölf Hofbankiers in Konstantinopel. (Bekanntlich wurden 1828 in Konstantinopel die Juden durch die Armenier dermaßen verdrängt, daß sie keine Hofbankierstelle mehr erlangten. Die obige Thatsache ist daher von Bedeutung. Red. d. A. Z. d. Jud.) China. Jew. Chron. theilt aus dem North China Herald Näheres über die in voriger Nummer erwähnten, durch die beiden abgesandten chinesischen Christen von den gänzlich verkümmerten Juden in Kai-fung-fu mitgebrachten Manuskripte mit. Die Theile der heil. Schrift, die sie besitzen, sind: vom Isten bis 6ten, vom 38—40sten Kapitel des zweiten, das 19tc und 20ste Kapitel des dritten, 13—15te Kapitel des vierten, 11—16te Kapitel und das 32ste Kapitel des fünften Buche» Mose. Verschiedene Theile aus der Tora, den Psalmen und Hagiographen sind in den Gebetbüchern enthalten. Sie sind in antiker Form des Hebräischen und mit Vokalen geschrieben, auf dickem Papier, das, wie Alles an den Büchern, den fremden (nichtchinesischen) Ursprung bezeugt. Persische Worte mit hebräischen Lettern in den angefügten Noten zeigen, daß die Bücher wahrscheinlich aus Persien oder Arabien gekommen sind. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Kollektaneeu zmn Rellgiousunterichl. *) 1. Schon in den Büchern der heit. Schrift sieht man, wie mit der Entwickelung des religiösen Geistes dieser die Betrachtung der Natur und ihrer Erscheinungen ebensowol von seinem Standpunkte aus zu überwältigen und sich unterthan zu machen, als auch zu seiner eigenen Befruchtung zu benutzen suchte. Es findet da eine tiefinnerliche Wechselwirkung statt. Der religiöse Geist lehrt, die Erscheinungen der Natur recht zu begreifen, und die Betrachtung und Beobachtung dieser Erscheinungen nährt der religiöse Geist. Der 104te Psalm giebt ein köstliches Zeugniß hierfür; noch weiter hin bringt der I9te Psalm *) Wir fordern die, welche sich berufen fühlen, auf, zu unseren Notizen und Bemerkungen unter obiger Rubrik beizutragen. Redakt.