Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 16 (14.4.1851)
- Date
- 1851-04-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XV. Jahrgang. No. 10. Allgemeine Zeitung des Zudeuthums. Em unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von IJr. Ludwig Philippfon, Baumgartner- Buchhandlung Rabbiner ju Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 14. April 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wir-b jährlich 78 Bogem in Quart inkl. des Tile-16, Registers u. s. »w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselbe!, die allgemeinste Verbr eitung $u geb en, ist der Preis »nsterst niedrlL: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 ^gr. (1 Thlr. 12 gÄr.) für sechs Monat« — 22 Va Ngr. (IS gGr.) für das VierteljaH, angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter- und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspetition für beide Letzter« hat sich die känigl. sachs. Zeitunss-Expedition allhier ulnterzogen. Inhalt. Leitender Artikel r Dogmatische«. II. Zeitungsnachrichten: Nordamerika: New-Dork. Deutschland: Berlin, aus Westphalen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Karlsbad, Prag. Großbritanien: Manchcher, London. Schweden: Stockholm. China. Korrespondenzr audem Posenschen. Bilder aus dem Gemeindeleben. Leitender Artikel. Magdeburg, 7. April. Dogmatisches. *) II. Ueber die Symbolik des mosaischen Kultus. Ein Brief. Sie haben, mein junger Freund, mir gefälligst mitgetheilt, daß in Ihrem wiffenschaftlich gebildeten Kreise die zweite meiner, in diesen Blättern mirgetheitten Vorlesungen über „die Geschichte des jüdischenKultus", nämlich die über „den Gedankeninhalt des mssaischen Opferkultus" (s. No. 7. 8. d. Z.), vielen Widerspruch gefunden. Man hat, sagen Sie, an solcher Deutung der Formen, welche die Schrift vorgeschriebe»^ kein Gefallen; man will die klare und durchsichtige Einfachheit Mosis aufrecht erhalten, und Nichts weiter; jeder Schritt darüber führe zur Mystik, die gar nicht im Wesen des Zudenthunis liege, welche stets eine frembe, diesem ausgefroste Pflanze war, und die endlich das Feld der Verirrung wieder unübersehbar öffnet. Ich bin Ihnen für diese Mittheilung nur sehr dankbar, kann aber um so weniger den Gegenstand fallen lasten, da er mir doch von zu großer Bedeutung scheint, als um ihn gelegentlich aufzunehmen und wieder aufzugeben. Sie w-erden, wenn Sie die aurderen Vorlesungen, wie ich voraussetzen kann, weiter verfolgt haben, schon erkannt haben, daß aus einem richtigen Verstandniß des mosaischen Opferkultus doch auf die Gestaltung des jüdischen Kultus und dessen Kritik bis in unsere Zeit der Einfluß sich erstreckt. Es kann ferner bei Erforschung der Schrift selbst und ihres Inhalts niemals darauf gesehen werden, ob bei® Resultat uns bequem oder unbequem sei, und unserer heutigen Richtung zu- oder widerspricht: wir müssen vielmehr überall ernste und wahrhafte Erkenntniß rurstreben. Endlich ist es nicht $u verkennen, daß unserer heutigen religiösen Anschauung etwas mehr Tiefe und Innerlichkeit zu wünschen ist, als sie besitzt, und die gerühmte „Einfachheit^ hat allerdings zu einer Oberflächlichkeit geführt, die es sich mit einigen Allgemeinsätze« wohl sein laßt, und die zu jerirr Gleichgiltigkeit gegen die Schrift gebracht hat, als vb wir aus ihr gar Nichts mehr zu lernen, und sie nur noch als alten Anknüpfungspunkt unserer jetzigen Weisheit zu betrachten hatten. Ich Hube *) S. No. 4. 5.