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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-04-07 · Heft 15 (7.4.1851) · p. Seite 179

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 15 (7.4.1851)
Date
1851-04-07
Page
Seite 179 (sequence 11)
Language
German
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179 Verfassers Kennt»!ß unserer talmudffchen Schriften Achtung vor dem W-erkchen ein flößten und man es auch nicht zu leugnen, daß Herr Schütz aus dm archäologischen Quellenstudien eines Rosenmüller und Anderer geschöpft, so gebührt ihm doch immerhin das Verdienst, das Material, bereichert mit originellen Jd^en, für die Elementarschule znlegt und geordnet zu haben. Meisterhaft sind schon in der Einleitung: die älteste Erdkunde, Eintheilung der Erde., geographische Maße, andere Maße, älteste Tausch- und Kaufmittel, Zeitrechnung, Ursttz des Menschengeschlechtes beschrieben. Wir dürfen demnach mit Bestimmtheit behaupten, daß jeder Kenner diesem Manuskripte mit Vergnügen das Zeugniß seine« Brauchbarkeit für die Elementarschule ausstellt, und werden wir, wenn das Exemplar nicht zu theuer kommt, keimen Augenblick zögern, dasselbe in alle Schuten des hiesige-n Konsistorialbezirkes einzuführen. Wir wünschen daher vem fleißigen Herrn Verfasser einen Verleger zur baldigsten Veröffentlichung seines Werkes, dem Verleger aber wünschen wir iro Voraus Glück zu einer solchen Akquisition. L. Bl>denheimer, Konststonaloberrabbinec. NeuenkimHen, 19. März. Satzungen und Gebräuche des talnnrdisch-rabbinischen Judentums. Ein Handbuch für Jiuristen, Staatsmänner, Theologen und Geschichtsschreiber^ so wie für Alle, die sich über diesen Gegenstand belehren wollen. Von Dr. A. D. Geister. 1851. VI und S78 Seiten, gr. 8. Es zerfallt in 3 Bücher, von welchen das Ite „vom jüdischen Kultus", das 2te „vom religiösen Glauben und Aberglauben der Juden", das 3le „vom bürgerlichen Leben der Juden" hcrirdelt. Dazu kommt noch der „Schluß", der „vom Eidschwuce" und der „Anhang der „vom gegenwärtigen Zustande der Juden in den verschiedenen Ländern der Erde" spricht. Der Inhalt dieses Werkes ist nichts Anderes als der aufgewärmte Kol>l der Darstellung von Materien, wie wir sie fast in der ganzen christlich-polemischen Literatur, seit dem 16. bis zum 18. Jahrhundert, über Juden und Judenthum finde«. Der Verf. will auch nur alsKompilator gelten, indem er, nach-seinem eigenem Geständniß, in der Vorrede, bas Material aus der Zeitschrift „der Jude" (Leipzig, 1768), von Gottfried Selig, einem gelausten Juden, rsdigirt, geschöpft hat. Nun wissen wir, weß Geistes Kind dieses Produkt ist und was wir von einem Solchen zur erwarten haben. Trotzdem daß der Vers., in der Vorrede, dieses WeE rein objektiv, ohne Nebemrendenzen wissen will, so gehr doch aus der ganzen Darlkellung sowot, als auch den hin ii nb wieder ringe streueten, das Herz eines für das Judenthum warm schlagenden Israeliten jedoch verwundenden Bemerkungen, die gehässige Tendenz desselben deutlich hervor. Wahrhaft zum Lache» ist es, die sonderbaren Aussprüche dieses oder jenes Rabbi als wesentliche Besiandtheile des-Judenthums arischen und sie Letzterm als unabänderliche Glaubensnorinen aufdringen zu wollen. So gilt unsicm Vers, jeder »uch noch so wunderliche Ausspruch der Hagada, oder des Midrasch im engern Sinne als eine Fundamentallehn des rabbinisch-talmudifcheir Judenthums, woran jede« Jude, wenn er diesem Nachkommen soll, festhalten muß. Welche unverzeihliche Bornirtheit ht der Auffassung der Literatur des Judenthumsl Da die Hagada — ini Gegensätze zur Halacha, welche das religiöse Leben, die religiöse Praxis der Gesammtheie umfaßt und nur in gewissen, vom pentateuchischen und» traditionellen Gesetze gezogenen Grenzlinien sich bewegt — nichts Arideres als der freie, nach Erkennen ringende und an das Bibelwort sich anlehnende Gedanke des Einzelnen ist, so kann natürlich, in keiner Hinsicht, voir verbindlicher Autorität in Bezug auf Befolgung, und Ausübung der darin enthaltenen Lehren und Aussprüche die Rede sein.*) Man achtete und werthschätzke *) Bergl. über die Auffassung der Hagada Zunz, G.V., S. 42, 58, 59, m, 329, 350; ferner Sachs, die religiöse Poesie derJudeai in Spanien, S. 148—164. j) — Daß der üttäs, oder die Erklärung des BibeltexteS nach dein einfachen und natürlichen Wortsinne dem oder der komplizieren, allegorischen vorzuziehen sei, bezeugen schon alte und als Tutoritat geltende Bibelexegelen.. So R. Salomo den Jizchak unter Anderen, zu 2 B. M. 6, 9.... N-vpwn atD^n» »nnn yan Tjan iütod bi nurrp n« pb .tönn f-HBTrm Bergl. auch R. Abraham den Meie ibn Esra in seiner trefflichen Vorrede zum Pentateuch. Daß der nicht buchstäblich zu nehmen sei, siehe auch R. Jakob Ehabib im En-Jakob, Sabbat, Abschn. 2, zur Stelle: nwb iwpa ■»i«» 'ö t|ön. — Der bei den Rabbinen feststehende Satz: anptti-i V« itaWB 'T1» ist allgemein bekannt. Korresp. i) S. hierüber auch uns ere Vorlesungen über die Entwickelung der religiösen Idee rc. Leipzig, Baumgartner, S. 91, 147. Redakt.

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