Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 13 (24.3.1851)
- Date
- 1851-03-24
- Page
- Seite 156 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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156 malischen Standes ausrichten können? Sie würde vor Gericht gezogen, der Zauberei überführt und als Hexe verbrannt werden. Rettet sie." „Und Sie, Herr Graf?" „Ich werde bleiben, ich hoffe in den wenigen Tagen, die ich noch zu leben habe, ein gutes Werk zu thun. Aber wenn ich unterliege, ehe ich meine Aufgabe erfüllt habe, denket bisweiten an mich und vergesset mich nicht in Eueren Gebeten." Am andern Morgen machte sich die Familie Goldberg auf den Weg nach Jerusalem, begleitet von Kleiner, dem Bräutigam Noemie's. Was den Grafen betrifft, so hielt er sein Versprechen. Er erfüllte mit Beharrlichkeit die Aufgabe, die er sich freiwillig gesetzt hatte. Die Einen verspotteten ihn, die Anderen bewunderten ihn. Die Priester entsetzten sich über ihn, die Juden beteten für ihn. Was konnte das Resultat seiner Anstrengungen sein? Wir enthalten uns aller Betrachtung, und lassen den Verfasser eines bekannten Werkes sprechen, betitelt: „Die Juden Ln Polen" S. 36: „Oer Graf Potocki irrte von Stadt zu Stadt bis er nach Wilna, seiner Vaterstadt zurückkehrte. Hier wurde er denunzirt, arretirt und den Gerichten überliefert. Die Richter verurtheilten ihn verbrannt zu werden. Vor dem Scheiterhaufen angelangt, hatte der muthige Potocki noch die Kraft, folgende Worte an die zahlreichen Zuschauer zu richten: „Glaubet nicht, daß es eine Rache oder eine Gerechtigkeit ist, die ihr hier ausübet. Nein, glaubet dies nicht; ich sterbe freiwillig aus Liebe für die Wahrheit, ich werde ein Märtyrer aus Liebe für eine Religion, die ich als allein wahr, als allein gerechterkenne!" Und nachdem er „Schema Israel!" ausgerufen, stürzte er sich auf den Scheiterhaufen. Der Oberrabbiner von Wilna legte Trauer um ihn an. Er ließ alle Tage zehn der frömmsten Männer für den Hingerichteten beten, und noch jetzt wird jedes Jahr an seinem Todestage in allengroßen Synagogen Polens für ihn ein Gebet verrichtet." Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1'/-» Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Die Hilfslehrerstelle bei der hiesigen jüdischen Religionsschule, mit einem Gehalte von 50 Thlr. nebst freier Wohnung und Beköstigung, wird vom 1. Mai e. ab vakant. Reflektanten, denen sich gleichzeitig zu ihrer fernem Ausbildung hier Gelegenheit darbietet, wollen ihre Meldungen baldigst franko an den Unterzeichneten einsenden. Anklam, den 4' Marz 1851. I. Tonn, Kantor. Zum 1. Mai d. I. soll bei der hiestgen israelitischen Gemeinde ein unverheiratheter Schächter, Vorsänger und Lehrer engagirt werden. Derselbe muß aber seine Studien auf einem jüdischen Seminar gemacht und adsolvirt haben. Das Gehalt ist jährlich 250 Thlr. Pr. Krt. mit Ausschluß von Akzidentien, die nicht hoch anzuschlagen sind, durch Privatstunden indessen bedeutend werden können. Reflektirende wollen ihre Zeugnisse möglichst schnell dem Unterzeichneten portofrei zustellen. Glückstadt im Herzogthum Holstein, den 16. März 1851. A. Daus, p. t. Präses des israelitischen Gemeindevorstandes. Zum 1. Mai c. wird hier ein Lehrer gesucht, der die Fähigkeit besitzt, in den Anfangsgründen der bebraischen Sprache und der Religion einen zeitgemäßen Unterricht zu ertheilen. Hierauf Reflektirende belieben ihre Meldungen unter Chiffre J. R. Uportofrei in die Buchhandlung des Herrn Karl Brandt Hierselbst zu senden. Kulm, den 13. Marz 1851. (Offerte.) Ein junger Mann, welcher Ostern seine Lehrzeit beendet, die nöthigen Geschaftskenntniffe besitzt, und über seine Führung gute Atteste beibringen kann, sucht zum 1. Mai e. unter billigen Bedingungen eine Stelle als Kommis, jedoch nur in einem Geschäfte, welches Sonnabends geschlossen ist; auch würde derselbe in einem rmommirten Geschäfte als Volontär eintreten. Adressen erbittet man baldigst unter H. No. 17. an die Redaktion dieses Blattes einzusenden. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist soeben erschienen und kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden: Allgemeiner Hausarzt für Stadt und Land. Ein helfender Rathgeber in gesunden und kranken Tagen. Enthaltend die Regeln, wie man einen gesunden Körper bewahren, einen schwachen kräftigen, Krankheiten Vorbeugen, sie mildern und heben kann. Nebst einer gedrängten Anweisung, wie sich das Weib während der Schwangerschaft, Entbindung und im Wochenbette zu verhalten hat, und welche Pflege man dem Kinde während seiner ersten Tage und Jahre in Erkrankungsfällen angedeihen lassen muß. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage der Osan n'schen Diätetik für Landleute, besorgt von Dr. V. Meyer, gr. 8. Preis 24 Ngr. Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.