Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 8 (17.2.1851)
- Date
- 1851-02-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XV. Jahrgang. N». 8. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgörtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 17. Februar 1851. > Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogcrn in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung z« geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (I Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Burh-lMdlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen BesteLiingen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächf. Zeitungs-Expedition allhier rnnterzogen. Inhalt. Leitend er Artikel: Ämlesungen über die Geschichte des jüdischen Kultus. Zweite Vorlesung (Schluß). Zeitungsnachrichtenz Deutschla nd: Frankfurt a. M., Berlin, Köln, Koblt«z, Oldenburg. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, von der ungarischen Grenze, Prag. Großbrita nien: London. Italien: Rom. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Die Rechte des Ehemannes auf dir Güter seiner Frau. Von L. Boden h e im er. Mittheilungen aus dem Oriente. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Vorlesringeu über die Geschichte des jüdische» Kultus. Zweite Vorlesung: Der Gedankeninhald des mosaischen Opferkultus. (Schluß.) Die am Heili'gthume vorkommenden Zahlen sind: drei, vier, fünf, sieben zehn und zwölf, an der „Wohnung" nur: drei, vier und zehn. Die Drei, die entsteht, wenn zwischen zwei Gegensätze ein Drittes als Vermittelung tritt, ist die Zahl der Vermittelung. Darum besteht das ganze Hckligthum, die Vermittelungsstatte zwischen Gott und Mensch, aus drei Raumen, darum enthält das „Heilige", die spezielle Vermittelungsstatte, drei Gerathe, darum ist die ganze „Wohnung" dreimal zehn Ellen lang. Dü Vier, die aus der Drei hervorgeht, bezeichnet die aus der Vermittelung hervorgehende Harmonie, in öer alles Gegensätzliche ausgehoben und verschwunden ist. Darum ist die Vier allen Räumen des Heiligen gegeben, alle Heiligthümer sind viereckig, vier Decken liege« auf der Wohnung, vier Farben sind an derselben. Die Zehn schließt die Grundordnung der Zahlen, sie ist der Schlußstein alles Räumlichen, alle Zahlen- und Rcmimverhältnisse gehen in sie auf. Sie ist daher die Zahl der Abgeschlossenheit, der Vollendung. Darum ist die Zehn der Kubus des Allerheiligsten, die Höhe und Breite der „Wohnung" zehn, das ganze Heiligthuni zehnmal zehn, wie die Fundamentalsprüche der OfferiHarung zehn (Zehnworfe) sind. — Die anderen Zahlen, fünf, sieben und zwölf kommen nur an den übrigen Theilen des Heiligthums vor. Denn die Fünf, die Hälse der Zehn, die nach der Vier kömmt, stellt das Streben vor, aus der einfachen Harmonie der Vier in eine höhere Potenz, deren Schluß die Zehn ist, zu kommen, sie ist die Signatur der Unvollendung, des Menschlichen. Daher erscheint die Fünf am Hofe und allem Aeus«rn. Die Höhe des Hofes fünf, die Säulen, die den Hof vom Heiligen trennen, fünf, die Länge und Breit« des Opferattars fünf. Die Sieben ist zusammengesetzt aus drei und vier, die Zwölf aus dreimal vier. Die Sieben ist daher der Prozeß der aus der Vermittelung; (drei) entstehenden Harmonie (vier), d. i. die Loslöslirig des Geistes vom materiellen Leben durch die Offenbarung, die Zwölf das Objekt dieser aus der Vermittelung entspringenden Harmonie. Daher die