Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-02-10 · Heft 7 (10.2.1851) · p. Seite 83

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 7 (10.2.1851)
Date
1851-02-10
Page
Seite 83 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3225714-3225722--11562-3241674
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

83 „Und wie viel Milch giebt sie täglich? „Drei Maaß, Herr. „Geh auf den Markt nach Wilna, wähle hundert der schönsten Kühe; ich werde sie Dich niche theurer bezahlen lassen. „Die Milchhändlerin thut wie der Graf zesagt; aber die beste Kuh gab nicht mehr als vier Maaß täglich. Der Schloßherr war nicht zufrieden. Das ist nicht die Mühe werth, diese Thiere zu ernähren, sagteer, Du verstehst nicht auszusuchen; ich werde bessere für Dich finden. „Jedermann glaubte, baß der Graf sein Versprechen vergessen; aber kaum waren drei Monate verflossen, als man zwölf von Ochsen gezogene Hauser anko>mmen sah. Die Häuser enthielten prächtige Kühe, weltzs der Graf hatte ans der Schweiz kommen lassen." Kleiner sprach immerfort. Der Mönch, hörte ihm zu, wie man den Dompfaffen pfeifen oder tom Papagey schwatzen laßt; sein eisernes Gesicht drückte weder Neugierde noch Beifall aus. Als der Tag sich neigte, gelangten sie iw Schloßhofe an. Die Bauern kamen schon von der Aribeit; als sie den Priester bemerkten, nahmen sie ihren Strohhut ab und beugten sich vor ihm. Der Mönch stand endlich still. Seine Augen verließen die Fenster des Schlosses nicht. „3hr sehet an diesem Fensterkreuz," s«!Kle Kleiner zu ihm, einen Greis mit weißen Haaren, dessen Kopf mit einem rothen Käppchen bedeckt ist: das ist der Herr, das ist der Graf selbst." Die Augen des Mönchs glänzten ganz eigenthümlich, und sein bleiches Gesicht röthete sich ei«.e Sekunde. Dann verschwand dieser vorübergehende Eindruck, und seine Züge nahmen ihre natürliche Starrheilt wieder an. „Meine Mutter," sagte er zu einem Weibe, das vorüberging, habt Ihr nicht ein Stück Brod, Früchte oder Bohnen für die Armen? Wir haben zu erziehen, Schwache zu ernähren. Gebt was Zhr vermögt, Gott rvird's lohnen." Die Bäuerin Legte in die Sakwy, welche der Israelit noch immer hielt, die Hälfte von dem Brode, welches sie für ihren Mann bestimmt hatte; sie rief ihse Nachbaren herbei; bald umgab eine Gruppe Männer »nd Frauen den Mönch und den Israeliten, und brachte» die Einen Brod, die Anderen Früchte. Die Sakwy bliesen sich auf wie Luftballons. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselchen werden Annoncen aller Art gegen i1/* Ngr. (1,gGr. > Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Rau>n so wie litennsche, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. . Die Verlagshandlung. Anzeige. Zu Ostern d. I. wird die Lehrer-, Vorsänger¬ und Schachterstelle der hiesigen Gemeinde vakant. Die Stelle bringt außer dem Schächtergelde 65 — 70 Thlr. Krtnebst freier Station ein. Hierauf Reflektirende, welche zugleich Religionustd Elementarunterricht ectheilen können, wollen ihre Offerten franko dem Unterzeichneten Vorstande einfenden. Mehle bei Elze, Januar 1851. A. Süßapfel, Vorsteher. Ein Lehrer, Vorbeter und Schächter wird von bei: israelitischen Gemeinde zu Nienburg a. d. Saale zur Ostern mir80 Thlrn. Gehalt und freier Station gesucht". Anmeldungen bei dem Vorstand. Die Gemeinde zu Mkrow wünscht nach Ostern eine» Religionslchrehrer, Kantor und Schächter zu engagireru Das GehUt ist 100 Thlr. Pr. Krt., nebst freier Kost, Wohnung, Heizung und den Ertrag des Schächten§. Reflektanten wollen sich unter portofreier Einsendung ihren: Zeugnisse wenden an den Vorstand der israel. Gemeinde z» Mirow (Mecklenburg-Strelitz). Ein Kantor, Schächter und Lehrer, welcher eine» Chor zu leiten versteht, und wo möglich talmudisch gelehrt ist, wird zum 1. April d.J. an unserer Gemeinde mit einem jährlichen Gehalte von 210 Thlr., exklusive Nebenakzidenrien zu engagiren gesucht. Hierauf Reflektirende wellen sich baldigst portofrei beim Unterzeichnete» Vorstand nrelden und ihre Zeugnisse einsenden. Schlaive, den 28. Januar 1851. Der Vorstand. Joseph Loepert. Eine sehr empfehlenswerthe Erzieherin, jüdischer Religion, welche schon seit mehren Jahre» zur vollkommensten Zufriedenheit fungirt und in den gewöhnlichen Schulwiffenschaften, so wie im Französische» gründlichen Unterricht ertheilt, verläßt Ostern d. I. ihre bisherige Stelle und sucht zu dieser Ze^t ein anderweitiges Engagement, entweder wieder als Erzieherin oder auch»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.