Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 4 (20.1.1851)
- Date
- 1851-01-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XV. Jahrgang. Allgemeine No. 4 Zeitung -es Iudcnthnms. Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Lutwig Philippfon, Verlag von BaumgärtnerS Buchhandlung Rabbink-r zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 20. Januar 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wir) jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Reglers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit k-^s Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrz ang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGl. ) für sechs Monate — 2 2^2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Beiträge für die verunglückten Israeliten in Friedrichsstadt. — Dogmatisches. I. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Frankfurt am Main (Fortsetzung. Oester reichischerKaiserstaat: Wien, Wien, Prag, Prag, Prag, Brody. Großbritanien: London, London. Frankreich: Paris. Marokko: Tetuan. Literarische Nachrichten: Goch. Leitende Artikel. Magdeburg, 12. Januar. Für die veruriHlüikten Israeliten in Friedrichsstadt haben wir am 8. Jairuar die ersten hundert Thaler Preuß. Krt. an das Decehrl. Kollegium der Vorsteher der hochdeutsch-israelitischer Gemeinde in Altona zur Verwendung gesandt. Seitdem ist wieder eingegangen: von StavenHagen (Mecklenburg) durch den Religionstehrer Herrn Ph. Neustadt mit dem Motto: nnan nn« — 5 Louisd'or, 4 Thlr. 20 Sgr., was mit Wn früheren Eingängen zusammen macht: 133 Thlr. 1 f/a Sgr. Wer die bisherigen Eingänge überschaut, der steht, daß dieselben bis jetzt fast ganz allein von kleinen Orten und Gemeinden gekommen! Wie? kümmert man sich an größeren Plätzen Har nicht mehr um unglückliche Glaubensgenossen? hat man in größeren Gemeinden den Sinn für Werke der Barmherzigkeit, sobald sieüber das Weichbild hinausreichen, gänzlich verloren? Dann hat sich das Blatt gänzlich gewendet, und die Engherzigkeit, du Kleinstädterei ist aus den kleinen Orten in die großen hrirübergepflanzt. Man bedenke, es handelt sich um die Mederherstellung von wol 6 0 unverschuldet iir's Elend gestürzten Familien! Die Redaktion. Dogmatisches. i. Spuren der Gottesleugnung in der heiligen Schrift. Wenn die Vielgötterei des Heidenthums -er Lehre Israels vom einigen, einzigen Gotte gegenüberstand: so mit doch mit jener immer der Glaube an di^ Gottheit, am Wesen, die hoch über dem Menschen stehend Ursprung d«c Dinge sind, gegeben. Aber wir begegnen auch in d«ec Schrift Aeußerungen, die darauf hindeuterr, daß es selbst im hohen Alterthum, ja selbst in Israel Menschen g«ab, welche überhaupt das Dasein Gottes leugneten, und grob sinnlich am Sinnlichen allein hingen. Wir finden selbst Polemik gegen diese Gottesleugnung, fr gut wie gegen das Heidenthum, so daß wir voraussetzm müssen, taf in einigen Zeitaltern dieser Atheismus wicht ohne Verbreitung gewesen. Es ist daher interessant genug, hier diesen Spuren nachzugehen, und sie zu skizziren.