Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1851)
- Date
- 1851-01-06
- Page
- Seite 24 (sequence 12)
- Language
- German
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Hand bestellter Mörder, er wollte zwar nicht nahen, aber Qualen schrecklicher als der Tod marterten sie täglich. Die lange, um den Hals gelegte Kette lief nämlich zu beiden Seiten durch den Thürstock durch und war außer der Thüre an einem großen Eisenringe befestigt. Wenn nun das Pakschis der Gefangenen nicht täglich den Wächtern wuchs, so zogen sie die Kette an, bis der Kopf der Gefangenen an die Wand gedrückt und der Hals zusammengepreßt wurde. — Doch durch Gunst des Himmels gelang es, daß auf listige Weise der Konsul die Sache erfuhr und die Befreiung Beider mit Gewalt erzwang. — Das ist im Jahre 1840 egyptisch-muhamedanische Gerechtigkeitspflege. 13) Das Grab Moses. Die Muhamedaner wallfahren jährlich im Frühling nach dem Grabe Moses, das circa 20 englische Meilen östlich von Jerusalem, ungefähr 7 Meilen vom westlichen Ufer des Todten Meeres ist. Der Prediger in der großen Mosche auf dem Tempelberg, der mich sehr häufig mit seinem Besuche beehrt, und mir oft Ausschluß über den Muhamedanismus giebt, erzählte mir einst, auf meine an ihn gestellte Frage: wie das Grab des Nebi Muse an jener angeblichen Stelle sein könne, da es doch deutlich nach der heil. Schrift jenseits des Jordans liege, daß es eine Tradition unter den muhamedanischen Geistlichen gebe, die höchst geheim gehalten wird. Sie lautet also. Vor 80 Jahren lebte ein heiliger, ausgezeichneter Derwisch, der sich immer darüber grämte, daß die Gläubigen der großen Gefahr ausgesetzt find, über den Jordan zu setzen, um zu Moses Grab wallfahren zu können. Er fastete und betete, um vom Alla Hilfe für diese Noch zu erlangen. Siehe, da erschien ihm einst im Traume Mahmed, und zeigte ihm an, daß er das Grab Muse in die Nahe von Jerusalem versetzt habe, ob seines Betens halber und der frommen Pilger Leiden. Er zeigte ihm genau die Stelle des neuen Denkmals — und seitdem wurde sie der Wallfahrtsort aller Gläubigen. — Wäre es nicht von Mahmed klüger, sein eignes Grab in Mekka aus dem südlichen Arabien in die nördlicheren muhamedanischen Besitzungen zu transportiren, um die gefährliche Reise dorthin seinen Kindern zu ersparen? (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. In demselben werden Annoncen aller Art gegen i1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ein Lehrer, welcher — tüchtig im Elementar- und Realsache — auch die französische und lateinische Sprache zu lehren versteht, findet zu Ostern k. I. bei einem Gehalte von 80 Thlr. und freier Station bei mir eine Hauslehrerstelle. Wenn derselbe den Klavierunterricht übernehmen könnte, so wäre es mir besonders lieb. Ph. Schönewald. Willebadessen bei Paderborn. Ein examinirter, mit empfehlenden Zeugnissen versehener Lehrer, der zugleich Unterricht im Englischen und Französischen ertheilt, sucht auf Ostern 1851 eine Haus- oder Gemeindelehrerstelle. Hierauf Reflektirende wollen sich gefälligst an die Expedition d. Bl. unter Chiffre Z. in frankirten Briefen wenden. Nachricht für meine Verwandten und Freunde, daß ich in Stargard in Pommern als erster Kultusbeamter mit den Funktionen eines Kantors und Religionslehrers angestellt bin und am 1. April c. mein Amt daselbst antreten werde. Strelitz, den 1. Januar 1851. Simon Alexander, Kantor und Beglaubigter der hies. jüd. Gemeinde. Bekanntmachung. Wir zeigen von Neuem an, daß wir Briefe, die uns nufrankirt mit Annoncen für den Anzeiger der Allgemeinen Zeitung des In de nt hu ms znkommeu, wie bisher uneröffnet zurückweisen werden. Solche Anzeigen aber, deren ohngefährer Betrag nicht beigefügt ist, oder für deren Bezahlung eine auswärtige Buchhandlung oder ein hiesiges Handelshaus nicht garantiren, legen wir nnberücksichtigt bei Seite. Leipzig, im Januar 1851. Baumgartners Buchhandlung. Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.