Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1851)
- Date
- 1851-01-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XV. Jahrgang. No. L Allgemeine Zeitung -es ZudenthumS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag Don Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 6. Januar 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 7 8 Bogen in Quart tnEIL des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit -es Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist ^er Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Harlptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Beiträge für die verunglückten Israeliten in Friedrichsstadt. — Kurzer Rückblick auf 1850 und 1800. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, vom Niederchein, Köln, München. Oesterreichischer Kaiserstaat: Krakau, Prag, Prag,Prag. Frankreich: Paris. Italien: Rom, Rom. Asien: Damaskus. Türkei: Aleppo. Mittheilungen aus dem Oriente. (Fortsetzung ) Leitende Artikel. Magdeburg, 30. Dezember. Für die verunglückten Israeliten in Friedrichsstadt (Schleswig-Holstein) ist ferner eingegangen: von der Gemeinde zu Cronpelkn (Mecklenburg) 4 Thlr. 5 Sgr., Herrn Fränkel aus Dobbcran 2 Thlr., Herrn Levetzow das. 2 Thlr., Herrn Bernhard das. 1ü Sgr., zusammen durch Herrn Lehrer Sternberg 8 Thlr. 15 Sgr., ferner: von mehreren Gemeindemitgliedern zu Marisfeld (S. Meiningen) 4 Thlr. 24 Sgr. — Mit den früheren Eingängen zusammen: 81 Thlr. 21V* Sgr. Die Redaktion. Kurzer Rückblick auf 1850 und 1800. Mr beginnen das Jahr 1851 mit dem Bewußtsein, daß in dem verflossenen die Stellung unserer Glaubensgenossenschaft bedeutende Schlitte zurück, daß die Entwicklung ihrer inneren Verhältnisse keinen Schritt vorwärts gemacht. Dieses, den Augenblick verdüsternde Bewußtsein stützt sich auf wesentliche Fakta. Nicht nur, daß in Baiern die Regierungtt>orlagc auf die bürgerliche Gleichstellung, selbst in bedingter Weise abgelehnt worden, so sind durch die Ausübung der Verfassung in Mecklenburg-Schwerin, so wie durch die Aufhebung der Grundrechte in Sachsen unseis Glaubensgenossen in di?< sen beiden Ländern in ihre frichere Ausnahmsstellung zurückgctreten. Wird ein Gleiches auch in anderen deutschen Ländern noch geschehen? ist die Frage, die wir besorgten Gemüthes an das neue Jahr richten. Nicht minder ist der Versuch, der m England geschehen, aus unmittelbarem Wege die Wahl eines Juden in das Parlament geltend zu machen, völlig mißglückt. Im Kirchenstaate trat der alte Druck, der auf den Bewohnern des Ghetto ruhte, in sein veijjahrtes Recht, d. h. Unrecht wieder ein. In Frankreich «l-ebten wir die Entfernung zweier verdienter Professoren »on ihren Lehrstühlen aus dem alleinigen Grunde ihrer Religion. Und was bot uns nun für diese inhaltsvollen Niederlagen das Jahr 1850 an Ersatz? Nichts. Die Konsolidirung unserer Gemrindevnhaltnisse, des Verhältnisses der Synagoge als Solcher, ihrer Stellung ist nirgends einen wesentlichen Schritt vovwärts gelangt; zwar sind in Oesterreich Vorbereitungen geschehen, die aber noch zu keinem Ziele geführt; in Pnußen ist das Unterrichtsgesetz, von dem so Vieles abhangt, noch allen den Chancen