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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-09-23 · Heft 39 (23.9.1850) · p. Seite 547

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 39 (23.9.1850)
Date
1850-09-23
Page
Seite 547 (sequence 11)
Language
German
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547 und Wittenberg, daß sich kein Christ von jüdischen Aerzten heilen lasse, weil die Christen, welche Kinder Gottes sind, nicht von denen, auf welchen der Fluch Gottes ausgesprochen sei, Hilfe annehmen sollen. Endlich sind Ln neuesten Zeiten, wo die jüdische Jugend gehörigen Religionsunterricht in den Schulen erhalt, die reinsten Morallehren in den Katechismen enthalten; so in Johlson's (Religionslehrers in Frankfurt a. M.) „Unterricht in der mosaischen Religion" (§. 209); „Unter Nächsten, Nebenmenschen, Brüder werden nicht blos Israeliten, sondern alle Menschen begriffen, die mit uns in Einem Staate leben, zu welcher Religion sie sich übrigens bekennen, oder wessen Volkes sie auch sein mögen;" — so Ln Kley's (Religionslehrers in Hamburg) „Katechismus der mosaischen Religionslehre" (Abschnitt 1 §. 47): „Der Gerechte beobachtet gegen abweichende Bekenntnisse Achtung und Duldung. So unrecht es ist, den eignen Glauben zu verlassen oder zu verleugnen, so unrecht ist es, einen Andern durch Ueberredung oder Zwang dazu zu veranlassen; viel weniger dürfen wir irgend Jemand geringschätzen, verachten oder gar hassen, weil er eines andern Glaubens lebt, wie wir selbst. Der Glaube, als innere Ueberzeugung, beruht auf dem Gewissen, und ist jedes Menschen eigene Sache;" — endlich Ln Saalschütz's (Religionslehrers in Königsberg) „Grundlage zu Katechisationen über die israelitische Gotteslehre" (§. 390): „Der wahrhaft Fromme wird jede Pflicht der Liebe gegen seine Mitmenschen, wo es ihm irgend möglich ist, erfüllen, indem er dieselben, gleichwie sie sich selbst, als Kinder Gottes betrachtet. Und ganz besonders wird er sich hier vor solchen Verletzungen der göttlichen Gebote hüten, die zwar nicht vor dem menschlichen Richter, aber vor dem eigenen Gewissen klagbar sind. Er wird selbst dem Feinde weder äußerlich noch im Herzen mit Haß begegnen, ihn also weder in der That noch Gesinnung, von der allgemeinen Bruderliebe ausschließen, und selbst von ihm und Anderen unbemerkt keine Gelegenheit zur Gefälligkeit gegen ihn vorübergehen; u. s. w." So seien denn die bisher gegebenen Auszüge genügende Beweise, daß die Moral, wie sie das Judenthum zu allen Zeiten gelehrt hat, eine makel- und tadellose ist, und daß die Bekenner desselben mit vollem Rechte wünschen dürfen, daß dieselbe auch allgemeine Achtung und Anerkennung finde, nicht aber, wie früher für die politische Verschuldung Eines oder des Andern aus ihrer Mitte sie solidarisch verpflichtet waren, auch für die moralischen Verschuldungen Mancher aus ihnen in ihrer Gesammtheit solidarisch verdächtigt zu werden oder büßen zu müssen. vr. Josef Klein. Literarische Nachrichten. INagdebrrvg, 17. September. (Schulbücher. Schluß.) Deutscher Kinderfreund für israelitische Schulen. Nach der neununddreißigsten Auflage des Kinderfteundes von 2t. E. Preuß und I. A. Vetter, für die israelitische Jugend eingerichtet von Joel Nathan, israel. Lehrer zu Danzig. Königsberg, 1850. Ein recht verdienstvolles Werk. Der Vettersche Kinderfreund ist zu bekannt, als daß es eines Weitern zur Empfehlung bedürfe. Der Herausgeber hat nun alle spezifisch christlichen Stücke weggelaffen, und dafür andere passende von jüdischen Autoren eingefügt; zum Schlüsse hat er eine gedrängte Geschichte des jüdischen Volkes gegeben. Durch diesen Kindersreund und das jüngst angezeigte deutsche Lesebuch von Horwitz ist demnach auch dieses Bedürfniß der jüdischen Schule gegenwärtig befriedigt. — Eine Vorstufe nimmt folgendes Büchlein ein: Abtation. Erstes Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend zur Weckung religiöser Gefühle. Herausgegeben von Dl\ I. H. Jakobson. Zweite verbesserte und sehr vermehrte Auslage. Breslau. Dazu gehört: Abtalion. Erstes Hebräisch-Lese-Lehrbuch für die israelitische Jugend. Nach vieljährigen praktischen Erfahrungen von Dr. I. H. Jacobson. Zweite verbesserte Auflage. Breslau, 1850. Die Brauchbarkeit zu den auf dem Titel angegebenen Zwecken ist hinreichend anerkannt, und bleibt daher auch diese verbesserte Auflage empfohlen. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l>/4 Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ein israelitischer Familienvater (Fabrikant), in einem Marktflecken an der Iller wohnhaft, sucht für seine vier Kinder von 6—10 Jahren einen Lehrer und Erzieher, der in Religion, den gewöhnlichen Schulfächern und wo möglich auch in den Anfangsgründm der französischen Sprache und des Pianoforte Unterricht zu ertheilen hat, wofür demselben bei freier Station und freundlicher Be-

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