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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-09-09 · Heft 37 (9.9.1850) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 37 (9.9.1850)
Date
1850-09-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XIV. Jahrgang. No. 3®. Allgemeine Zeitung des Zudeuthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 9. September 1859. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis außerO niedrig? mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/a Ngr. (18 gGr.) für da s Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für bei de Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Beim Friedenskongreß. Rede des Rabbinen Herrn Stein. — Geschichte und Vernunft. Ein Gespräch. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: aus Mittelfranken, München, Stuttgart, Frankfurt a. M., Cisleben, Berlin, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag, Prag, aus Böhmen, Wien, Wien, Lemberg, Hohenems. Frankreich: Paris. Leitende Artikel. Frankfurt am Main, 29. August. Beim Friedenskongreß. Votum über Art. 3 in Betreff der Abschaffung der stehenden Heere. Rede des Nabbincn Herrn Stein*). Wie danke ich Gott, dem einzigen und ewigen Menschenvatec, aus der Tiefe meines Herzens, daß er mich diesen Tag hat erleben lasten, wo ich, ein Bekenner und Lehrer der uralten Gottesreligion, jener Religion, welche den großen Gedanken der Einheit in die Menschheit gesät, welche durch den einigenden Glauben an einen einzigen Gott die Verbrüderung aller Völker als das höchste Ziel unsers Geschlechtes aufgestellt, in der Mitte *) Es wird gewiß Vielen angenehm sein, die von den Zeitungen viel belobte Rede kennen zu lernen. Auf unser Ansuchen sandte sie uns der geehrte Redner zu. Re da kt. dieser Versammlung das Lob des Friedens Liussprechen darf. O, wenn meine Vater, meine blutig verfolgten Vater aus ihren Gräbern stiegen und diesen Lag schaueten, diesen hehren Tag, an welchem Angehörige verschiedener Völker, an welchem Bekenner verschiedener Religionen sich hier die Hand reichen uns sprechen: „Schalom!" lasset uns Frieden machen, den Haß a.ustilgen, die Liebe einpflanzen, denn wir sind Nrüder: ha, sie würden gleich mir mitten durch die Stürnie, die uns umbrausen, das himmlische Säuseln aus dem paradiesischen Gärten der messianischen Zeit vernehinen, jener Zeit, in welcher der Starke und der Schwache, „der Wolf und das 2amm", friedlich zusammenwohnen. Ja, Bruder durch die Menschheit, Männer aus dein schönen Frankreich, aus dem meerumgürteten Englands aus dem freien Lande Nordamerikas, Männer aus alle'N vier Enden der Welt, wohin Gott den Samen Israels verstreuet hat, auck ich, als Sohn einer lange mißhandelten, endlich zu ihrem Rechte und Frieden gelangten Glaubensgemeinde, reiche Ihnen freudig die Friedenshand, und nachdem unser auf den stürmischen Fluchen hrnschwankendes Schiff auf dem glanzenden Ararat, tiefer lichtvollen Zeit Ruhe gefunden, wie sollte ich die Laube mit dem Oelblatt nicht dreimal willkommen heißen? Man nennt uns Friedensmänner Utopisten?— Das soll uns nicht abschrecken, einem begeisternden Ideale mit unserer Seele ganzer Schwungkraft nachzujkeben. — Hat etwa der große Jesaias und sein Zeitgenosse, der Prophet'Micha, sich gescheut, vor 3000 Z.chcen, in

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