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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-08-26 · Heft 35 (26.8.1850) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 35 (26.8.1850)
Date
1850-08-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XIV. Jahrgang. 9llo. 3»)« Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Luteresse. v Zerlaq Redakteur Verlag von irr. Ludwig Philippfon, Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. jU Leipzig. Leipzig, den 26. August 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu g^ben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Va Ngr. (18. gGr.) für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen BeftellunZL« an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. fachs. Zeitungs-Expedition allhier unterz-vgen. Inhalt. Leitende Artikel r Geschichte und Vernunft. Ein Gespräch. — Die Rabbinerwittwenkaffe. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt am Main, Nürnberg, Dresden, Dresden, Berlin, aus dem Sauerlande, Posen, Magdeburg (Schluß). Oesterreich ischer Kaiserstaat: aus Ungarn, aus Ungarn, Wien. Frankreich: Paris. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Bemerkung, von Levi. Literarische Nachrichten: Magdeburg (Schluß). Leitende Artikel. Magdeburg, 18. August. Geschichte und Vernunft. Ein Gespräch. A. In der Unterhaltung, welche wir jüngst über das Verhaltniß der Natur zur positiven Religion gepflogen, sind wir allerdings von gewissen religiösen Ueberzeugungen ausgegangen, die wir Beide als von uns angenommen voraussetzten, und es war uns nur darum zu thun, die Quelle klar zu erkennen, aus der uns diese Ueberzeugungen zufließen, und ich konnte allerdings nicht leugnen, daß dieselben aus der Betrachtung der Natur nicht hervorgehen, daß die Letztere nur Beweis zu liefern vermag, und zwar eben nur für einen geringer« Theil jener religiösen Anschauung; wogegen man anerkennen muß, daß die eigentliche Quelle jener Lehren die positive Religion ist, die ihr Fundament in der Religion Israels hat. Es har mich vile-ses Gespräch vielfach angeregt, um nachzudenken, welche Giltigkeit dieses, demnach geschichtlich Gegebene den unabhängigen, selbstständigen Forschungen der menschlichen Vernunft gegenüber besitzt? Denn wenn wir uns von Voraussetzungen einmal frei machen wollten, und nun auf diesem freien Gange zum Entgegengesetzten von dem kämen, was die positive Religion lehrt, wie denn die neueste Philosophie sich ihr geradezu entgegen ausgesprochen hat: was können dann jene Lehren der positiven Religion noch für Werth und Haltbarkeit für uns haben? Ich wünschte daher, daß Sie diese Frage einmal mit mrr zu beleuchten versuchten. D. Ich bin sehe gern bereit, liebster A., wenn Sie wenigstens die Voraussetzung noch gelten lassen, daß wir uns hier auf einen schr dornigen Pfad begeben, den wir eben nur überwinden werden, so weit unsere Kräfte reichen. Sie wissen, wir streifen hier an die Streitfrage, die bis jetzt noch im Herzen der Konfessionen die schmerzlichsten Krampfe hervorgerufen hat, nämlich die zwischen der einen Seite, welche der menschlichen Vernunft alle Geltung abspricht, ivnd eine völlige Hingabe an die Satzungen der Kirche verlangt, und der andern Seite, welche eine völlige Freiheit der Vernunft fordert, und sie zur alleinigen SchiedScichterin über die Kirche und ihre Satzungen setzt. Es ersteht sich von selbst, daß man, so lange man über diese Frage, welche jetzt wieder in der protestantischen Kirche so große Verheerungen anrichtet, keinen bestimmtern Aufschluß erlangt hat, auch zu gar keiner Beruhigung kommen kann.

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