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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-08-19 · Heft 34 (19.8.1850) · p. Seite 466

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 34 (19.8.1850)
Date
1850-08-19
Page
Seite 466 (sequence 2)
Language
German
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466 Denn das Glück, es kommt und schwindet, Und die Freude naht und weicht. Und die Hoffnung steigt und sinket. Selbst die Liebe flammt und bleicht — Doch die Treu' kommt vor dem Morgen, Folgt dem Abend rastlos nach, Wandelt an des Tages Seite, Um die Mitternächte wach. Liebe zündet an der Jungfrau Schöne ihre Fackel an, Schöpfet aus des Mannes Starke Ihre Kraft zu Sieg und Bann — Aber Treue tragt den Säugling, Tändelt mit dem Knaben hold, Reicht den Stab noch, wenn zu Greises Silber ward der Locken Gold. Sieh' wenn in des Grabes Schooße Schon der letzte Staub zerfallt, Auf dem Grabe sitzt die Treue: Der Erinnrung Wacht sie hält — Nicht auf Marmor goldne Lettern Heftet sie, dem Staube Staub: Flammenschrist auf Geistesblätter, Auf des Herzens ew'ges Laub. Senke in verborgne Tiefen Deines Geistes schärfsten Blick, Denke zu verhüllten Tagen Ahnend, wissend nicht, zurück — Aus der Welt, wo Du gewesen. Eh' Dich diese Erde trug, Kamst Du — des Gewesnen einz'ge Bürgschaft — auf der Treue Flug. Sende zu verschtei'rten Höhen Deines Geistes schärfsten Strahl, Denke auf verhüllte Tage Ahnend, wissend nicht, zumal — In die Welt, wohin Du zielest, Wenn die Erde weicht dahin, Tragt — der Zukunft einz'ge Bürgschaft — Dich der Treue Fittig hin. Also schlingt um dreien Welten Treu' ihr ewig Strahlenband, Wie der Sterne Silberstraße Um den Himmel ist gewandt; Und des Geistes War und Werden Und des Geistes tiefes Sein Schließt zu einem einz'gen Bunde Treue unvergänglich ein. Leitender Artikel. Magdeburg, 12. August. Drittes Sendschreiben an die ungarischen Israeliten. Wenn ich in meinem ersten Artikel auf die Nothwendigkeit einer gewissen Organisation für die Gesammtheit der ungarischen Israeliten hinwies, wenn ich in meinem zweiten die Gegenstände, die eigentlichen Objekte dieser Organisation bezeichnete, so ist es nothwendig, noch in diesem dritten die Art und Weise derselben naher zu erörtern. Es kann sich also, meiner Ansicht nach, nicht um Schaffung eines gewissen Kirchenregiments handeln, es kann ebenso wenig die Herstellung einer bestimmten, allgemeinen und gleichen Form für Gemeinde und Synagoge in Absicht stehen — Dinge, die den Zerfall, die Auflösung unter den jetzigen Verhältnissen nur beschleunigen würden — sondern der Kern der ganzen Angelegenheit ist, gemeinsame Institute zu schaffen, an denen Alle betheiligt sind, und welche für alle wirken. So wie diese gemeinsamen Institute an sich von gebieterischer Notwendigkeit sind, so geben sie auch den besten Mittelpunkt ab, von welchem eine immer tiefer gehende und eine immer umfassendere Vereinigung wie von selbst erstehen wird. Diese Institute sind: eine jüdisch-theologische Fakultät, ein jüdisches Lehrerseminar, aus denen eine jüdisch-ungarische Volksschule immer kräftiger und veredelter erwachsen soll. Ich halte daher dafür, daß für jetzt eine Organisation der ungarischen Israeliten lediglich die Herstellung dieser drei Institute zum Inhalte haben müsse, und nichts Anderes, und damit ist denn der Modus dieser Organisation fast schon gegeben. Sie bestände wesentlich: in der Herstellung eines gemeinsamen Organs für diese Anstalten, und der Beschaffung der Geldmittel. Ein gemeinsames Organ, diese Anstalten einzurichten, zu be-

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