Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 34 (19.8.1850)
- Date
- 1850-08-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIV. Jahrgang, No. 34. Allgemeine Zeitung des Zu-euthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur irr. Ludwig Philippfon, Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig, Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. den 19. August 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titelst, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (L Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/* Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänger Dichtung und Wahrheit. (Fortsetzung.) Leitender Artikelr Drittes Sendschreiben an die ungarischen Israeliten. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg, aus Baiern, aus der Provinz Posen, Gnesen, Magdeburg. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, aus Mähren. Großbritani en:London. Frankrei ch : Paris. Schweden: Stockholm. Syrien: Damaskus. Literarische ZTachrichtenr Magdeburg (Fortsetzung). Harsenklänge. Denn die Treue strahlet ewig, Wechselt und verdunkelt nicht. Berge wurzeln in der Tiefe, Stehen fest und riesengroß. Aber von der Berge Rücken Reißen Block' und Klippen los — Von der Treue starken Gliedern, Aus der Treue sicherm Schooß Löset auch im rauhsten Wirbel Nimmer sich ein Fadchen Moos. Dichtung und Wahrheit. 20. Von der Treue will ich singen, Von der Treu' in Kampf und Tod, Nicht im Kampf aus Schlachtgesilden, Nicht wo Schwert und Bogen droht — In dem Kampf, der tief im Herzen Schwer mit Zeit und Zweifel ficht. Und der Leidenschaften Gluthen Und dem Sturme weichet nicht. Felsen heben hoch die Gipfel In des Aethers lichte Bläu', Aber um der Felsen Spitzen Fliegen Wolken ohne Scheu — Wolken kennet nicht die Treue, Die verdecken goldnes Licht, Stern' erlöschen, nicht die Treue, Eichen brechen, Treue nicht, Sturm verhallet, nicht die Treue, Bleibt, wenn auch der Strom versiegt Ihre Blüte unvergänglich Streut den süßen Dust hinaus, Ihre Farben, nimmer bleichend, Leihen Glanz nach dunklem Graus. Willst Du eine Hütte bauen, Ihre Pfoste Treue sei, Und der Burgen Marmorsäulen Brechen ohne sie entzwei; Sommerglut ohn' Schattenkühle Ist das Glück, das Treu' entbehrt, Und das Elend lehnt getröstet An die Treue und bewehrt.