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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-07-29 · Heft 31 (29.7.1850) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 31 (29.7.1850)
Date
1850-07-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 31. XIV. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps«)», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 29. Juli 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Aeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklärrge: Dichtung und Wahrheit. (Fortsetzung.) Leitender Artikel: Die Stellung der jüdischen Kultus- und Schulbeamten. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Siefen, aus der Provinz Posen, aus Mittelfranken. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pesth, aus Kroatien, aus Galizien. Frankreich: Paris. Dänemark: Kopenhagen. Türkei: Konstantinopel. Literarische Nachrichten: Magdeburg. Belletristisches: Der Schlemiehl. Eine Skizze aus dem Leben. (Fortsetzung.) Harfenklänge. Dichtung und Wahrheit. 19. Es zieht der Jude wol nach allen Enden, Nach allen Zielen streckt er seinen Stab, Wohin die Pfade durch das Dickicht wenden, Er kann sie ziehen, sei's bergauf, bergab — Doch hat er sie gezogen, und mit Glück: Zieht's ihn mit Macht, woher er kam, zurück! Verleugne nur, o Thor, Dein eigen Wesen; Indem Du's thust, fühlst Du, wie sehr Du lügst; Und, noch so kostbar, noch so auserlesen Die Schleier, die Du um den Lug Dir schmiegst — Sie reißen all' am Tage des Gerichts — Fühlst Du di« Bürgschaft: das Gefühl des Nichts? Gefühl des Nichts, des Nichts geheime Trauer, Die sich Dir schleicht durch Deinen ganzen Tag, Die den Triumphen mischt geheime Schauer, Vor'm Licht des Ruhmes doch nicht weichen mag? Zerreiß den Trug, sei wieder, was Du bist: Sieh, die Versöhnung Dir die Lippe küßt! .. . Denn das Geheimniß schreibt aus alten Zeiten, Aus grauer Vorzeit ungelöst sich her. Ein alles Dasein ist's, ein altes Streiten, Ein Bann ruht drauf, von sieben Siegeln schwer, Ein alt Gespinnst, Jahrtausende gewebt, Nicht Einer löst's, nicht Einer reißt's, der lebt. Ein Jeder flieht's, und Keiner kann es lassen; Du stößt es ab — in Deinem Innern ruht's; Du mußt es lieben, wenn Du's könntest Haffen: Denn sieh! es rollt im Strome Deines Bluts — Wenn Du in, Wachen längstens es vergaß'st. In Deinen Träumen wieder an Dich trat's. Zieh hin und birg Dich in des Urwalds Schatten, Fern von der Welt, in düstre Einsamkeit, Dort lebe ruhig, auf den fernen Matten, In stillen Müh'n, verschlossen. Deine Zeit — Horch, was da klopft? was irrte durch den Wald? Schau hin, schau wohl, denn Du erkennst es bald! Hab' ich nicht auch in vielen jungen Zähren Damit gerungen, wie ein Mann nur ringt?

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