Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1850)
- Date
- 1850-07-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIV. Jahrgang, No. 30. Allgemeine Zeitung des Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dir. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, dm 22. Juli 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. \ 5 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*/2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harsenklänger Dichtung und Wahrheit. (Fortsetzung.) Leitender Artikel: Die Konsistorialverfassung. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a. M., Frankfurt a. M., aus dem Großherzogthum Sachsen, Berlin. Oesterreichisch er Kaiser staat: Pesth, aus Ungarn, Preßburg, Krakau, aus Mähren, Lemberg. Die Schweiz: Bern. Schweden: aus Schweden. Rußland: Riga. Literarische Nachrichten: Mitau, Magdeburg. Harsenklänge. Dichtung und Wahrheit. 17. Es rinnt das Bachlein träge Durch eine breite Au; Es stürzt behende nieder Vom Felsen, jäh und rauh — Ihm folgen seine Wellen In seinem Bette all', Sei es im tragen Rinnen, Sei es im jähen Fall. Doch treten Hindernisse Entgegen seinem Lauf, Und halt das Steingerölle Sein Fließen plötzlich aus — Da trennen seine Wasser Sich schnell und hundertfach, In viele kleine Rinnen Zerstiebt der schöne Bach.... Wie? bindet denn die Liebe Sie nicht mit starkem Arm? Daß sie so lange trugen Vereinet Scherz und Harm? Daß sie aus einer Quelle Ergossen ihren Schwall? Vereint sie überwänden Den Femd und ihren Fall?. . . Doch nein! ein Jeder eilet, Entschlüpfend der Gefahr, Wie er für sich die Rettung Und freien Strom bewahr': Was kümmert ihn des Ganzen Zersplitterung und Noch — Find't lieber bald im Sande Unrühmlich seinen Tod. 18. Es ist kein Holz so grün, Kein Holz so morsch und faul Aus dem des Stolzes Stab Der Mensch nicht möge zieh'n; Ob's Blattlein hängt am Baume, Ob's welk am Boden liegt, Zu seines Hochmuths Traume Es ihm als Blatt genügt.