Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 29 (15.7.1850)
- Date
- 1850-07-15
- Page
- Seite 406 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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406 mehr. Im Mai wurde Herr Hemardinquer, Israelit, mit der Rhetorik am Lyzeum zu Poitiers beauftragt. Mit der Rhetorik! Allein die Ultramontanen haben bedeutenden Lärm erhoben, und die Regierung erklärt — derselbe würde nur bis zum Ende des Schuljahres die Stelle einnehmen!!! (Arch. isr. de Fr.) Amerika. In Frankfurt, Hauptstadtim Staate Kentucky, ist Dr. Emden, ein Israelit, zum Sekretär der gesetzgebenden Versammlung erwählt worden. — Die Gemeinde zu Mobile hat beschlossen, zukünftig jährlich 20 Dollars für die Armen zu Jerusalem zu zahlen, aber künftig weder Boten noch Agenten der heiligen Stadt anzuerkennen. (Oeeid.) Holland. Amsterdam, im Juni. Die Bevollmächtigten der hiesigen Gemeinde haben soeben eine Sparkasse für ihre Glaubensgenossen eröffnet, wo man von dem Minimum eines Penny (10 Pf.) an deponiren kann. Für die kleinere Arbeiterklasse, die unter den Juden in Amsterdam so viele Glieder zählt, eine höchst wichtige Einrichtung! (Arch. isr. de Fr.) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Die Einleitung jtt den Psalmen. (Schluß.) 4) Ps. 45 und 69 tratt« b*, bs, 80 rrm örsiötö b«. Daß man auch hier für ein lilienförmiges Instrument erachtete, wird man voraussetzen, nur daß rm* dabei gar keinen nur irgend annähernden Sinn giebt. Vielmehr weist dieses rm* ganz zweifellos darauf hin, daß wir auch hier Hinweisungen auf den Inhalt haben, ‘jtöiiö ist die Hosch. 14, 6. und im Hohenlied so oft zum Vergleich gebrauchte, und Anmuth und Lieblichkeit versinnbildlichende Lilie. 45 rechtfertigt nun die Inschrift „auf Lilien" vollständig; dieser Pf., der noch die Beischrift „Lied der Liebe" führt, und in dem ein herrlicher junger König, eine anmuthkge Braut und ihre Mägde die Hauptrolle spielen, kann, wenn eine änigmatische Ueberschrift darüber gestellt werden soll, nicht passender betitelt werden. Aber allerdings viel allgemeiner fallt schon die Erklärung derselben Ueberschrift in 69 aus. Wir haben diesen als einen Solchen bezeichnet, in welchem D. einmal sein ganzes Herz während der Schaulischen Verfolgung ausschüttete, und zuletzt dennoch zu der fröhlichsten Zukunft, zu Leid und Freude sich die Aussicht zuversichtlich eröffnet. Zn diesem Sinne konnte der Verfasier nach Vollendung die Ueberschrift treffen. Sekundär tritt nun die Lilie als Liebliches in 60 auf. Der Sänger führt einen Ausspruch, eine Verheißung, eine Satzung Gottes nn* 33. 8 — 10 an, welche bei schon begonnenem Siege Bürgschaft für die Vollendung ist; diese Satzung wird durch als sehr lieblich bezeichnet: „auf die Lilie des Zeugnisses". Deffen eine Nachahmung, ist in 80 und rrm getrennt, indem nicht ein völliger Ausspruch Gottes, wol aber wie Gott Jisrael aus Egypten geführt und so groß gemacht, als Bürgschaft für die rettende Zukunft durchgeführt wird; das ist die Lieblichkeit des Trostes, wie ec aus dem Zeugniß der göttlichen Wohlthaten geschöpft wird, darum „auf Lilien, ein Zeugniß". Als Nachahmung verräth es sich auch durch hü statt b*. Bemerken wir noch, daß die 4 Ps. wohlgeordiE^ Strophenbau haben. — 5) Auch in dem nbrna b* 53, das 88 noch nwb zum Zusatz hat, kann nichts Anderes als Bezeichnung des Gegenstandes durch das naheliegende nbn?2 und nbmz (vgl. h$ 61) „Krankheit" gefunden werden, und in der That enthalt 53 die Klage über die Krankheit des Menschengeschlechtes, die Gottlosigkeit, 88 aber über ein unermeßliches Unglück, das dem Todeskampf, dem Verscheiden wiederholt im Ps. ververglichen wird, m5*b mit Anspielung auf ms* V. 8., 33. 10., rjy 33. 16. verstärkt dies, und ist Inf. mit b, in der Bedeutung des Part. akt. wie z. B. 1 M. 2. 3. mrab, also: „auf die Krankheit, die da drücket". So auch Hengst. And. ein Instrument von bbn, wogegen die Form, nwb „zu singen". — 6) Endlich nnron brr 57 — 59. 75. Wenn die drei Ps. 57 — 59 so viel innere, wie äußere Aehnlichkeit haben, und alle in Situationen verfaßt sind, wo D. mit Recht seinen Liedern „verdirb nicht" überschreiben konnte, d. H. Herr, laß mich nicht ganz verderben, um ihren Inhalt treffend zu bezeichnen: so konnte der 75ste in Nachahmung nicht minder sich derselben Ueberschrift bedienen. Denn, ob-