Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 27 (1.7.1850)
- Date
- 1850-07-01
- Page
- Seite 379 (sequence 11)
- Language
- German
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379 fang nur klein, verkennen wir auch die Schwierigkeiten nicht, die uns entgegentreten, so dürfen wir uns doch dem Werke nicht entziehen; unsere Weisen sagen: ah Eisenberg erkennt das Bedürfniß einer solchen Anstalt für die Rheinprovinz an. Die Berathung darüber gehöre aber nicht in unfern Bereich, sondern sei Sache der Konsistorien und Notabeln. Fischbein ist gegen das Projekt. Es gäbe viele Seminare in Deutschland; namentlich eins in Hannover, und in Seesen würde mit der dortigen Schute bald ein Seminar verbunden werden. Es wäre wünschenswerth, die schon bestehenden Anstalten bester zu unterstützen. Blumenfeld spricht sich in einem längern Vortrage gegen die Errichtung eines Seminars in der Rheinprovinz aus, und sagte unter Andermr Will der Staat konfessionelle Seminare, so muß er auch für jüdische sorgen; warten wir daher das Unterrichtsgesetz ab. Ist aber Mangel an Lehrern, so möge man die Anstalt zu Münster durch reichlichere Unterstützung in den Stand setzen, noch mehr zu thun. Der Redner schildert am Schluffe seines Vortrags mit vielem Gefühle die Verdienste Haindorfs, der sich ein Denkmal, nicht nur in den Herzen der Mitmenschen, sondern auch in der Geschichte gesetzt habe. Cramer mit Blumenfeld einverstanden, motivirt seine Ansicht ausführlich. Goldstein will Münster bester unterstützt haben. Präs, resumirt die Debatte; erwidert auf die gegen das Projekt vorgebrachten Gründe, bemerkt namentlich, wie man sich bei dieser wichtigen Sache nicht einseitig von seinem Gefühle leiten lassen dürfe, und weist mit überzeugender Klarheit das Bedürfniß und den Nutzen einer solchen Anstatt nach. Er sagte ungefähr: Es haben viele Redner darüber geklagt, daß sich bei unseren Glaubensgenossen in der Rheinprovinz für die Anstatt zu Münster bis jetzt noch keine rege und allgemeine Theitnahme gezeigt, und dies hauptsächlich in dem noch vielfach vorhandenen Mangel an Sinn für Unterricht und Bildung seinen Grund habe. Aber, meine Herren, durch Errichtung eines Seminars in unserer Provinz wird der Sinn für Bildung und Unterricht geweckt und belebt. Zn einer solchen Anstalt konzentrirt sich gleichsam die Bildung der israelitischen Jugend der Provinz; in ihren Einrichtungen, in den Männern, die an der Spitze derselben stehen, steht das Volk eine Garantie für gediegene Zugendbildung, und wendet sich mit Vertrauen dieser Anstalt zu; gerade wenn wir eine Lehrerbildungsanstalt in unserer Mitte haben, wird man die hohe Bedeutung derselben erst recht würdigen lernen und diese und ähnliche Anträge lieber und reichlicher unterstützen als bisher u. s. w. Man kam überein, die Frage ein halbes Jahr zu vertagen, bis das Unterrichtsgesetz erschienet sein wird. Hiermit wurde die Sitzung geschloffen. 3. Sitzung. Mittwoch, den 8. Mai, Morgens 10 Uhr. Die Herren Fischbein und Blumenfeld waren weggereist. Zum Sekretär wurde Liffgens von hier gewählt. Präs, verliest ein Abends vorher angekommenes Schreiben des Lehrers Wolfsdorf aus Stadbergen, in welchem er der Konferenz den Vorschlag macht, einen Deputirten nach Berlin zu senden, welcher sich wegen der Stellung der israelitischen Lehrer mit angesehenen Männern, so wie mit einflußreichen und liberalen Deputirten für die Kammer in Verbindung setze. Man erkannte das Interesse, das unser früheres, wackeres Mitglied noch immer an unseren Versammlungen nimmt, dankbar an, fand jedoch den Vorschlag wegen der Kürze der Zeit und aus manchen anderen Gründen für unausführbar. Der Oberrabbiner erklärte sich bereit, sich wegen der Sache der Lehrer mit den hiesigen Deputirten in Verbindung zu setzen. Präs, legt der Konferenz vor: 1) Das Spruchbuch von Hainebach aus Frankfurt am Main, das mit Bezug auf die Empfehlung der Konferenz gedruckt worden ist. Es wurde beschlossen: dasselbe vermittelst Zirkular des Oberrabbinen an alle Lehrer und Schulvorsteher des hiesigen Konsistorialbezirks, wo möglich in alle Schulen einzuführen, und für dessen weitere Verbreitung nach Kräften thätig zu sein. Von diesem Beschlüsse sollte der Verfasser sofort in Kenntniß gesetzt werden. Ferner: Wörterbuch zum Pentateuch von Dr. Wiener. Dasselbe wurde als ein treffliches Hilfsmittel beim Unterrichte im Pentateuch anerkannt. Präs, verliest ein Schreiben von vr. Herxheimer, in welchem er den Oberrabbinen um Einführung seines Bibelwerkes ersuchte. Das Werk war den Meisten bekannt; man nannte es sehr empfchlenswerth, und wünschte, daß die Lehrer es sich zu ihrer Vorbereitung auf den. Unterricht anschafften. Herr Lehrer Felsenthal sendet ein Schreiben ein, in welchem er die Konferenz ersucht, von einer Kommission einen kurzgefaßten Katechismus für Religionsunterricht! und Konfirmationen entwerfen zu lassen. Präs, hält die