Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 27 (1.7.1850)
- Date
- 1850-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XIV Jahrgang. Allgemeine No. 27. Zeitung -es Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippfon, Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig, Verlag von Baumgartners Buchhandlung zu Leipzig. den 1. Juli 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart mkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. J5 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 ’/a Ngr. (iS gGr.) für dns Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspelition für beide Letztere hat sich die konigl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänger Dichtung und Wahrheit. (Fortsetzung.) Zeiturigsnackrichten: Die Schweiz: Bern. Deutschland: Berlin, aus der Provinz Posen, aus Oberschlesien, Hannover, Hamburg. Oesterreichischer Kaiserstaat: Böfing, aus Ungarn, von den Ufern der Heruad, Pesth, Wien. Syrien: Damaskus. Korrespondenz: Krefeld, Lehrerkonferenz. (Schluß). Harfenklänge. Dichtung und Wahrheit. 12. Was Du Dir stets bewahrt, mein Israel, Das wahre Dir bis zu den spatsten Zeiten — O der Familie Heiligthum, daran Nicht tast' der Zeiten Wandel und ihr Streiten, Den heil'gen Altar der Familienliebe, Der Eltern Fürchten und die keusche Ehe, Die felsenfeste Treue der Geschwister: Wer daran rüttelt — dreimal Wehe! . . * Das war der Grund, darauf Du warst gebauet Vom Ufer Phrath's bis an der Meere Strand; Was Dich betraf, was grausig Dich bestürmte. An Deines Hauses Schwelle war's gebannt. Den Ihr gehöhnt auf Euren breiten Straßen, Ein König war in seinem engen Haus, Da richtete das Haupt empor Der dort gekrümmten Rückens zog hinaus. Den Tisch, um den wie Oelbaumssprossen Der Liebe Sprößlinge sich reihten. Den schmückt' er sich mit allem Zier und Glanze, Mußt' er auch draußen in dem Knechtsgewande schreiten. O Stab der Liebe, o der Liebe Leuchte, O fehlet nimmer meinem alten Stamme, Und wenn der Zeit und Afterweisheit Ströme Hoch schwellen, An diesem Damm, Da sollen sie zerschellen!... 13. Hoch auf dem Berge steh' ich. Und in die Höh' und in die Tiefe seh' ich; Die Höhen sind vom Morgenroth umglüht. Und in den Tiefen dichter Nebel zieht; Licht ruhet auf der Berge Matten, Und in den Thalern dichter Schatten. Wie wird der Tag, der kommende, erstehen? Und welche Pfade auf der Erde gehen? Wird trüb Gewölk am Himmel fahren, Der Sturm entsenden seine Schaaren, Der Schloßen Heer die jungen Saaten knicken, Und Flammenblitze zücken. Daß düstre Nacht den Tag verhüllt Und die Vernichtung ihre Wuth erfüllt?