Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 23 (3.6.1850)
- Date
- 1850-06-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIV. Jahrgang, Ro. ss Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Drgan für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 3. Juni 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrtgr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V2 Ngr. (IS gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Me Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für Leide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänge: Dichtung und Wahrheit, (Fortsetzung.) Leitende Artikel: Die Judenverfolgungen in Mähren. — Zwei Fragen über die Zukunft in der Synagoge. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, aus dem Sauerlande, Magdeburg, Schwerin a. d. Warthe, Zülz, Magdeburg,Nürnberg, Hebenshausen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Prag. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Einleitung zu Len Psalmen. Belletristisches: Der Schlemiehl. Eine Skizze aus dem Leben. Harsenklänge. Dichtung und Wahrheit. 4. Gehet auf, ihr Sterne, und leuchtet, Rieselt nieder, Tropfen des Thaues, und feuchtet: Denn die Sonne brannte mit glühende^ Macht, Sank dann in die Arme der Nacht. Gehet auf, ihr Sterne, und leuchtet! Daß ihr die dunkelen Schatten verscheuchtet! Nieder, ihr Tropfen des Thaues, schwebet, Daß ihr die welken Blüten belebet. Und wenn ihr nicht leuchtet, silberne Sterne, Decket Nacht die Näh' und die Ferne. Und wenn ihr nicht rieselt, Tropfen von Thau, Stirbt dahin die verschmachtete Au. Ach, und das Licht, es ist doch so golden, Und wie lieb' ich die Blüten, die holden — Und mein Leben Hab' ich darangesetzt An das Licht, daß es strahl', an den Tropfen, der netzt! 5. „Was hebst Du wieder, immer wieder Die Stimme, die so oft vernommen, Das Lied, das Du so oft entsendet, Und eine Statte fand es nicht? Es ist doch immer nur die alte, Und immer wieder kehrt das selbe. Beredter ist vielleicht Dein Schweigen, Und wenn Du schweigst, fragt man danach!" Die Stimme soll mir nie verhallen, So lang ein Ton noch in mir wohnt, Und nicht das Lied werd' ich beenden, So lang die Brust den Odem hegt. Kann ich den Frühling nicht besingen, Und kömmt der Früchte Herbst mir nicht: So soll mein Lied den Sturm begleiten, Und sterben in der Winternacht. Deß wahre mich der Gott der Lieder, Daß ich verstumme vor der Zeit; Daß ich entschlafe vor dem Morgen, Bewahre mich der Gott der Wacht.