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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-05-06 · Heft 19 (6.5.1850) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 19 (6.5.1850)
Date
1850-05-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XIV. z-hrg-mg' No. 19. Allgemeine Zeitung -es Zudeuthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philipps»«, Rabbiner zu Magdeburg. Vertag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 6. Mai 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Briefe über Theologisches und Religiöses. III. Zeitungsnachrichten rDeutschland: Berlin, Berlin, Anklam, ausOberschlefien(Schluß). Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag, aus Böhmen, aus Ungarn, Preßburg. Rußland und Polen: von der polnischen Grenze, Warschau. Frankreich: Paris. Italien: Rom. Großbritanien: London. Literarische Nachrichten: Magdeburg. Kuriosum: Die Geschichte der Juden. Leitender Artikel. Magdeburg, 30. April. Briefe über Theologisches «nd Religiöses. III.*) Di« Ereignisse der letzten Jahre, mein Freund, wa» ren wol geeignet, Jeden zum Nachdenken anzuregen, der aus der Theologie nicht blos eine Profession macht. Wir «erden es am Wenigsten leugnen dürfen, daß abermals ein Geist durch die Welt ging, der die Unterschiede zwischen den Menschen entfernen, der sie gleich machen wollte. Wie es eine Zeit gegeben, welche die Menschen gespalten und gesondert, sie in Stände, Klassen, Gilden, Ordnungen, Abtheilungen der mannigfaltigsten Art zu trennen die Richtung hatte, «nd aus einem Volke nach Geburt, Besitz, Rang, Beschäftigung, Wohnsitz, Religion u. dgl. eine Sammlung von Gruppen machte, die alle ihre verschiedenen Rechte und Vorrechte und darum wieder Unrechte, Bortheile und Nachtheile, Gesetze, Satzungen, Sitten und Gebräuche hatte, welche ebenso viele Schranken und Barridren, zwischen Menschen und Menschen aufgebaut, waren — so ist unsre Zeit wachsend vom entgegengesetzten Geiste getrieben. Denn Extrem gebiert Extrem im Geiste, und wenn Eines als Jrrthum erkannt worden, wird der Mensch in das Andere hineingerissen, bis es auch zum Jrrthum und Wahne geworden. Dies ist der Geist des Rivellirens, der Geist des Gleichmachens. Herausgefordert durch den unendlichen Druck, welchen die Menschen unter dem Rechte dieser Unterscheidungen den Brüdern auferlegten, trat der Geist der Ausgleichung mit Energie auf; gegen alle Vorrechte der Geburt und Lage, gegen alle Vorrechte der Konfession, gegen alle Vorrechte des Besitzes kämpfend, wollte er in der Gesellschaft Keinem ein allgemeines gesellschaftliches Recht vorenthalten wissen. Aber hierbei bleibt er nicht stehen. Die betretene Bahn verfolgend, will er nicht allein Alles gleichberechtigt sehen, sondern auch die Unterschiede selbst hinwegschwemmcn, welche ursprünglich zu jenen Vorrechten veranlaßten. Es sollen zwischen den Religionen all« Unterscheidungen aufhören, es sollen sogar — alle Verschiedenheiten des Besitzes und Erwerbes schwinden; es soll für die ganze Menschheit «in gleiches Maß gemessen werden, darüber und darunter Niemand habe. Man wird leicht einsehen, daß unter diesem Gesichtspunkte der *) S. No. 13. 14.

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