Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-04-29 · Heft 18 (29.4.1850) · p. Seite 247

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 18 (29.4.1850)
Date
1850-04-29
Page
Seite 247 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225660-3225679--10960-3241038
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

247 Großbritanien. London, 16. April. Durch die Zeitungen macht jetzt folgende „Ente" die Runde: „Dem Herald zufolge haben die Israeliten von der Pforte einen Ferman erhalten, welcher ihnen die Erlaubniß giebt, einen Tempel auf dem Berge Zion zu erbauen. Das Gebäude soll mit Salomonischer Pracht ausgeführt werden. In Nordamerika sollen allein Millionen zu diesem Zwecke gesammelt sein." Wenn dem Etwas zu Grunde liegt, so mag es sich um eine Synagoge in irgend einem Winkel von Jerusalem handeln, aber ein Tempel auf Zion — und Millionen — man sieht, diese Leute kennen die Juden gar nicht, oder — sie wollen ein pikantes Histörchen für ihre Blätter! Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Kostbare Manuskripte. Unter anderen kostbaren Denkmälern der hebräischen Literatur, welche die Bodleyanischen Bibliothek umschließt, bemerkt man einen Kommentar zum ersten Buche Mosche's(Manuskript), von Abraham den Esra, welcher gänzlich von der Ausgabe verschieden ist, die wir besitzen. Dieses Manuskript ist wahrend des Aufenthalts des Autors zu London geschrieben worden. Nach einem Versstücke, das man an der Spitze liest, ersieht man, daß der berühmte Kommentator damals in seinem 64sten Jahre war; unglücklicherweise befindet sich kein anderes Datum daselbst. Der Kommentar zerfällt in zwei Partieen. Die erste bietet die grammatikalische Erklärung aller Wortschwierigkeiten; die zweite die Auslegung des Sinnes. Am Ende des Kommentars über "jb ^b findet man die Worte: -untf ‘jsnan nö-ira 82 Am Anfänge des Kommentars zu tpi lesen wir noch: TÖTnS Ö2NN ■'ÖD nb'-nDD »,2 C]DV» ^8 .■DTOte s-rnansi WDibD nwiDi-k nat Rabbi H. Edelman hat in derselben Bibliothek ein anderes, nicht minder merkwürdiges Manuskript entdeckt, eine Kopie der Zad hachsaka von Maimonides, geschrieben bei Lebzeiten des Verfassers und von seiner Hand korrigirt. Der Doktor Huntingdon hat es in Asien gekauft; es hat ein Alter von 600 Jahren und gehörte einem gelehrten Israeliten, der sich Rabbi Etiezer bar Perachja nannte, wie .aus der folgenden Note erhellt: Dieses Werk gehörte einem sehr scharfsinnigen Gelehrten, der Nacht und Tag das Gesetz aus Liebe zu ihm studirte; er nannte sich Rabbi Eliezer (gesegnete Angedenkens), Sohn des Perachja, und war sehr fromm und gewissenhaft in seinem Betragen und von ausgezeichneter Weisheit. Er ist jung gestorben, wegen der Gottlosigkeit des Zeitalters. Wolle der Herr sein Thun annehmen und ihm seinen Antheil unter denen geben, die ihn lieben. Dieser Gelehrte (er ruhe in Frieden und empfange seinen Lohn!) befahl durch sein Testament, daß dieses Werk stets unter der Obhut des jüdischen Gerichtshofes bleibe, daß es weder verkauft, noch wiedergekaust werde, und Niemand davon Besitz nehme; aber daß es allen Schülern frei stehen solle zur Revision ihrer Bücher; nicht um darin fortgesetzt zu lesen oder um es abzuschreiben, sondern wer da wünscht sein Exemplar zu korrigiren, soll es mitnehmen, indem er dem Gerichtshöfe bis zur Rückkehr Kaution stellt. Der Wille eines Sterbenden muß erfüllt werden ohne eine Verletzung. Am Ende des Manuskripts findet sich die folgende Inschrift von der Hand des Maimonides selbst: Min *) .bV "Q iTÜ» 28 ■'ta)ÖbD Diesem Manuskripte ist ein hebräisches Gedicht zu Ehren des Maimonides hinzugefügt, von einem gewissen Rabbi Hananel, Verfasser eines Kommentars über Kiduschim, kopirt von einem Rabbi Berachot bar Schalom le Cohen, geschrieben im Jahre 5063 der Schöpfung, oder 1303 der christlichen Zeitrechnung. Dieser Rabbi Hananel erwähnt in seinem Buche den Namen seines Vaters, Rabbi Samuel, und zitirt keine anderen Autoren als Alphasi und Maimonides. Er war offenbar ein Zeitgenosse des Letztem, und er nennt ihn in seinem Werke Rabbi Moses; aber am Ende des Buches, nach dem Tode des großen Schriftstellers, sagt er V't tföDin. Es findet sich auch in der Bodleyanischen Bibliothek ein Manuskript enthaltend einen Kommentar über den Traktat Sabbat von einem gewissen Perachja, kopirt durch denselben Rabbi Berachot, und datirt ein Jahr früher. Dieser R. Perachja war ohne Zweifel der Vater des Rabbi Eliezer, des Eigenthümers des Manuskripts der *) Könnte nicht dieses Autograph lithographirt werden? Wie Vielen wäre dies eine willkommne Gabe! Redakt. d. A. Z. d. Jud.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.