Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 18 (29.4.1850)
- Date
- 1850-04-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIV. Jahrgang No. 18. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippfon, Rabbin er zu Magdeburg. Leipzig, Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. den 29. April 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Unterstützungskaffe für Wittwen und Waisen israelitischer Geistlichen und Lehrer. Von Dr. S. Formstech er. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Erfurt, aus Oberschlesicn, Warmbrunn, Usedom. Oesterreichisch er Kaiserstaat: Wien. Großbritanien: London. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Kostbare Manuskripte. Leitender Artikel. Offenbach, 15. April. Unterstützungskasse für Wittwen und Waisen israelitischer Geistlichen und Lehrer. In No. 1. XII. Jahrgang 1848 dieser Blätter erlaubte ich mir einen Aufruf zur Bildung einer Unterstützungskaffe für Wittwen israelitischer Geistlichen, welcher, in Verbindung mit einem, von unserm würdigen Kollegen, Herrn Rabbiner Stein zu Frankfurt a. M. und von mir Unterzeichneten, gedruckten Rundschreiben, den günstigen Erfolg hatte, daß No. 14 dieser Blätter des genannten Jahrganges bereits 44 Anmeldungen zur Theilnahme an einem solchen Institute brachte. Auch lieferten uns die No. 1, 5, 9, 11, 14 gedachten Jahrganges solche beachtenswerthe Entwürfe und umsichtige Vorschläge, daß Herr Rabbiner Stein, nachdem erden von mir ausgearbeiteten Statutenentwurf angekündigt hatte, die Vorarbeiten mit den Worten schließen konnte: „Wir freuen uns, daß auf diese Weise das gute Werk immer mehr seiner Reife entgegenwächst, und wenn auch im gegenwärtigen Augenblicke die erschütternden Bewegungen in der politischen und merkantilischen Welt der sofortigen Jnswerksetzung Hindernisse in den Weg zu legen scheinen, so ist es doch gut, daß alle vorbereitenden Schritte geschehen, damit mit dem Eintritte des günstigen Zeitpunktes auch zur That geschritten werden könne." — Ist auch dieser günstige Zeitpunkt noch nicht so eingetreten, wie er damals vielleicht in Aussicht gestellt war, so dürfen wir dennoch das Wiederaufnehmen des Planes zu diesem, bereits bis zur Ausführung gereisten, Vorschläge nicht weiter hinausschieben, wenn wir ein solches Unternehmen nicht gänzlich aufgeben wollen. Denn ein unbefangener Blick in die verwirrten und immer mehr sich verwirrenden Fäden der politischen und sozialen Verhältnisse Deutschlands lehrt uns, daß der bald offene, bald verborgene Wellenschlag des wildaufgeregten Zeitenstroms sich nicht sobald legen wird, daß vielleicht Jahrzehenten verlangt werden bis hier eine solche Windstille wieder eintritt, wie sie zu jener Stunde herrschte, in welcher ich diesen Aufruf niederschrieb. Daß wir aber so lange nicht warten dürfen, wenn wir das angeregte Institut wirklich in's Leben zu rufen noch gesonnen sind, bedarf wot keines Beweises. Seit jener Stunde geben uns aber auch die verschiedenen Erscheinungen innerhalb den Staaten und den israelitischen Gemeinden Deutschlands die wichtige Lehre, 1) daß die Stellung der Rabbiner doch nicht so schwankend sei, wie man sich dieselbe in gewissen Krei-