Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 17 (22.4.1850)
- Date
- 1850-04-22
- Page
- Seite 236 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Die Zerstörung ist vollendet. Jeremias, vom Sieger verschont, klagt auf den Trümmern Jerusalems (Adagio D-dur */4): „Wie liegt die Stadt so wüste! — Euch sag' ich's Men, die ihr vorübergeht: Schauet, ob irgend ein Schmerz sei, wie mein Schmerz!" Hier steht der Tondichter ganz auf der tragischen Höhe der erschütternden Situation; dieses Klagelied ist die Perle der Sologesänge des Oratoriums. Noch einmal schreitet ein besonders im Rhythmus charakteristischer Kriegerchor (dreistimmig, Tenor und zwei Bässe, D-moll 3/4): „Wir haben sie vertilgt!" über die Szene, und im trefflichen Gegensatz, Ergebung in Jehova s Willen athmend, der Chor der Israeliten (G-moll 3/4): „Wir ziehn gebeugt von unsrer Heimat Boden — verlaß uns nicht auf immer, der Gnade Gott!" Ihr Vertrauen belebt Jeremias durch seine letzte Weissagung über „den Sturz Babels", und „wie aus Zion die Lehre kommen und Alle den Herrn erkennen werden". Zu dieser Hoffnung einer schönem Zeit erhebt sich auch der Chor (Es-dur 4/4): „Ewig thronen wird Jehova — die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit und alle Völker seine Ehre! Amen!" Das ist der Inhalt des Werkes, welches wir unter Leitung des Meisters, der es geschaffen hat, hören sollen — eine Bürgschaft dafür, daß uns keine der Intentionen, die er dabei gehabt hat, verloren gehen werde. Möchten diese Zeilen dem Streben, welches sie veranlaßt hat, einigermaßen entsprechen, die Auffassung des Kunstwerkes, das sich den herrlichen Schöpfungen des so früh dahingegangenen Freundes des Komponisten würdig anreiht, auch bei dem größern Publikum vorzubereiten und zu erleichtern, und der bevorstehenden Aufführung eine recht zahlreiche Zuhörerschaft aus allen Standen zuführen! Prof. L. Bischofs. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 */« Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ein junger Mann, ordentlicher Eltern, der Lust und die nöthigen Anlagen zur Goldarbeit hat, kann unter annehmbaren Bedingungen bei Unterzeichnetem, der namentlich die hohlen Fabrikarbeiten selbst verfertigt, sofort in die Lehre treten. Werl im April 1850. M. Speier, Goldarbeiter. Vor dem sich so sehr in Zedern und Palmen empfehlenden Joseph Gotthilf in Genua warneich hiemit alle desfallsigen Geschäftsleute, sich mit demselben einzulassen, wenn sie nicht gewärtigen wollen, von diesem Manne auf die schändlichste Weise betrogen zu werden. Philipp Beit aus Gailin gen im Badischen. Literarische Anzeigen. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Entwickelung -er religiöse» Idee im Iu-enthume, Christenthume und Islam. In zwölf Vorlesungen über Geschichte nnd Inhalt des Iudenthums dargestellt von Dr. Ludwig Philippson. Gr. 8. drosch. 189 Seiten. Preis 24 Ngr. Kleiner Katechismus der Geschichte Israels (bis zu unsrer Zeit), der Bibelkunde, der Landeskunde des alten Palästina und der jüdischen Liturgik. Von Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner. In 8. roh 4 Ngr. (3 gGr.) geb. 5^/2 Ngr. (4 V2 gGr.) Geschichte der Juden von der Zerstörung Jerusalems an bis auf die gegenwärtigen Zeiten. Von HannaAdamsin Boston in Nordamerika. 2 Thle. gr. 8. 3 Thlr. Bemerkung. Für die Unglücklichen zu Wreschen vom Vorstande der israelitischen Gemeinde zu Hamm a. d. Lippe 4 Thlr. 25 Sgr. erhalten. Die Aedaktion. Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.