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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-04-22 · Heft 17 (22.4.1850) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 17 (22.4.1850)
Date
1850-04-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XIV. Jahrgang. No. IV Allgemeine Zeitung des Zudeuthvms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippfon, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag i»ir Baumgärtners Buchhandlung zu Leipj i g. Leipzig, den 22. April 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist dee Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V2 Ngr. ^8 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der H»lurptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Die Schöpfung einer jüdischen Zentralstelle für Preußen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Aachen, Krefeld, aus dein Großherzogthum Posen, aus Pommern, Magdeburg, Hannover. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag, Prag, Wien, Pesth. Polen: Warschau. Großbritanien: London. Frankreich: Paris. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Die amerikanische Expedition zur Untersuchung des Jordans und des Todten Meeres. (Schluß.) — Die Zerstörung Jerusalems, Oratorium, verfaßt von Steinheim, komponirt von Hiller. Leitender Artikel. Magdeburg, 15. April. Die Schöpfung einer jüdischen Zentralstelle für Preußen. Dieser, vom Vorstande der Gemeinde zu Berlin ausgestellte Gedanke siel namentlich in Berlin selbst wie ein Funke in ein Pulverfaß. Eine gewisse Partei greift ihn mit aller Heftigkeit an. Um so nothwendiger ist nähere Erörterung. Was die Gegner zu sagen haben, spricht sich in folgendem Inserat aus, das die berliner Blätter enthielten: „Der interimistische Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin will seiner schnell vorübergehenden Interims- Herrschaft ein bleibendes Denkmal setzen durch Gründung einer jüdischen Zentralbehörde, welche die gesammte preußische Judenheit der Reglet mg gegenüber vertreten und einen bestimmenden Einfluß auf die religiösen Angelegenheiten der Gemeinden auMen soll. Zur richtigen Würdigung dieses Projekts mus man sich erinnern, daß seit dem Untergang der jüdischer! Theokratie keine konstituirte Kirche im Judenthum tMirte, daß vielmehr die jüdischen Gemeinden frei und iliiabhängig von einander ihre kirchlichen Verhältnisse selbstständig ordneten. Der Rabbiner, aus freier Wahl der Gemeinde hervorgegangen, war Gesetzkundiger, Sachverständiger, Vertrauensmann derjenigen Gemeinde, die ihn gewählt. Wenn dieser innern Freiheit ungeachtet der jüdische Kultus eine gewisse Gleichförmigkeit unter den Huden bis auf die neuere Zeit behauptete, so war tziese des Resultat einer gleichen Kulturstufe und eines durch düselbe bedingten gleichen religiösen Bedürfnisses aller GerneLnden. Diese Gleichförmigkeit mußte der reformatvmschen Bildungs- und Umbildungskraft der Neuzeit, bt? für die' Juden mit Moses Mendelssohn began«, weichen. Die Einsichtigen aller Konfessionen wußten diese Freiheit der jüdischen Gemeinden nach Gebühr zu schätzen, nur der berliner Gemeindevorstand wurde von der entgegengesetzten Ansicht geleitet. Der Vorzug um den die Freunde der Gewissensfreiheit die jüdischem Gemeinden beneideten, war den Vertretern derselben in der Hauptstadt Preußens nur ein lästiges und odiöses Privilegium, dessen sie sich mit all» Gewalt zu entledigen suchten; und es ist wahrlich niclZd ihr Verdienst, wenn trotz ihres Drängens die Regierun g —freilich aus ganz

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