Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 15 (8.4.1850)
- Date
- 1850-04-08
- Page
- Seite 207 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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207 Mitgetherlt. Der rühmlist bekannte, juristische Schriftsteller De mm e sendet uns einige Bogen eines Werkes von ihm, betitelt: „Auszug zum Kampfe gegen die alte krumme Schlange: Juristenthums-Juristerei, so Ln Deutschland gehaust hat seit Jahrhunderten." In demselben giebt er auch Auszüge seiner anderen Schriften, und unter Anderm körnige Worte gegen den Judenhaß in Prosa und Poesie. Die Verse geben wir hier wieder: 1. Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Rom. 11, 1. Noch immer tritt der Hohn der Christen nieder Des eignen Heilands Volks-Genossenschaft! Gott reihte sie den Völkern ein als Glieder, Und doch erhielt die Blasphemie einst Kraft: Daß er im Zorn sie in der Welt verschleudert, . „Weil sie gekreuzigt hatten seinen Sohn" — Und scheußlich wurde dieser Satz erläutert: „Das Juden-Quäl'n verdiene Gotteslohn." . rc. rc. 2. Aber der Herr spricht: ist nicht Ephraim mein theurer Sohn und mein trautes Kind? Darum bricht mir mein Herz, daß ich mich seiner erbarmen muß. Jeremia 31, 20. Und "weit Jahrtausend langes Niederknechten Dem Kinde Israel die Schwingen brach Die Seele eingeschnürt im Zug des Schlechten, Ium leb'nden Denkmal von der Christen Schmach; So soll auch Dies das arme noch entgelten. Und fortan essen fremder Sünde Frucht — Wegwerfend Die es „Schachrer", „Wuchrer" schelten. Die 's dazu stießen durch Verfolgungs- Sucht! Nun spricht der Neid und enger Sinn sein dreistes, Zn Pharisä'schem Stolz getauftes Wort: Von „Unausrottbarkeit" des „Schacher-Geistes" — Und wie da Treu und Glaube müßten fort; Und dieses Schreckbilds wegen frißt sich tiefer, Und immer tiefer ein der Schacher-Geist, Bis daß der Jude wird zum Ungeziefer, Zum Vampyr, wie man gern ihn heißt! .. . . . rc.rc.rc.rc. rc 3. Es werden aber die von Israel Uebriggebliebenen unter den Völkern sein wie ein Thau vom Herrn. Micha 5, 8. Doch strahl'nde Geistes-Diamanten funkeln Selbst jetzt noch, in dem Volk des Herr« bewahrt; Aus hohngepeitschter Knechtschaft grauen Dunkeln Erhoben Geister sich der edler'n Art, Und drangen auf zu lichten Thabor-HLhen, Und drangen ein in Kunst und Wiffenschast — Und drangen vor mit der Begcist'rung Wehen, Frei ist des Willens reiner Aether-Kcast; Und drangen durch! — Und streb'nde Zeitgenossen sehen Auf sie mit Stolz als Vorbild mächt'ger Meisterschaft! Jehovas heil'ges Erbe kann nicht untergehen — Es hat verbrieftes Pfand und guter Bürgen Haft; Die That im Licht des „Bundes" hebt noch jetzt die Seelen, Viel Tausend bliebe« treu, und ihnen der „Verheißung" Stern! Sie zahlen fromm der Liebe Preiß für Haß und Qualen Im Sabbath-Glanz der Menschlichkeit vor Gott dem Herrn. . rc. rc. 4. Und der Herr wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen! Psalm 94, 14. O tilgt der Dornenkrone Anathem — die Sünde An Ihm, der liebend thronet im Aeonen-Kranz! Gleich-Rechtung auf der Erde auch der Jude finde, Loszahlung aller Schmach — Entjochung voll . und ganz! Verbrechen bahnt breithin dies grollende Verstoßen, ZuTruges-Lug reitztauf sein stachelwühl'nder Spott.— Laßt ab! Dem Busch am Sinai, des Oelbergs heil'gen Rosen Entstrahlet hell: „Wir glaube» All' an Einen Gott."