Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 13 (25.3.1850)
- Date
- 1850-03-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3225660-3225674--10873-3240946- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
XIV. Jahrgang, No. 13. Allgemeine Zeitung -es Zudeuthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 25. März 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Die Versammlung preußischer Rabbinen. — Briefe über Religiöses und Theologisches. 1. Zeitungsnachrichten: Deutschland: München, Frankfurt a. M., Berlin, BreSlau, aus dem Großherzogthum Posen, Schlawe, Düsseldorf. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Pesth. Großbritannien: London. Die Schweiz: Bern. Rußland: Petersburg. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Joseph, Sohn des Tobias, und seine Söhne, die ersten jüdischen Geschastsmänner. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Die Versammlung preußischer Rabbinen. Zülz (Schlesien), 12. Marz. Daß diesmal endlich Ihr „Aufruf an die Rabbinen Preußens" (No. 8 Ihres geschätzten Blattes) in den Herzen aller Jntereffenten den gebührenden Anklang finden müsse, ist um so klarer vorauszusehen, als die verderblichen Zerwürfnisse in den meisten jüdischen Gemeinden dermaßen eingerissen haben, daß Viele kopfschüttelnd. Andere aber mit frohlockendem Händereiben, über solche Skandalitäten, ihre judenseindlichen Gesinnungen laut werden lassen. Das planlose Einschreiten mancher Behörde in die mit Leidenschaft und Wuth geführten Zankereien der Parteien, hat kein weiteres Resultat, als die Blößen mancher Gemeinden gewahr zu werden, sich mit Abscheu von denselben abzuwenden, oder darüber das ganze Zudenthum zu verurtheilen. Das Kultus- und Schulwesen schleppt sich auf unterwühltem Boden mühsam fort, und mit Lehrern und Geistlichen wird eine ärgere Wirthschaft getrieben als mit den niedrigsten Dienstboten. Die wenigen Ausnahmen sind nur zufällig, für deren Zustand die nächste Stunde keine Bürgschaft zu leisten vermag; weil des Haders Zunder überall angehäuft liegt und es bedarf nur eines schwachen Funkens, um eine verheerende Explosion hervorzubringen. Daß Sie sich nicht an die Gemeinden gewendet, zeigt von ihrer großen Sachkunde: denn gerade diese sind es, welche sich in dem Schlendrian gefallen, wo sie ihre Willkür, ihre Launen den Kultusbeamten auf eine schamlose Weise empfinden lassen, und am Liebsten im Trüben fischen wollen. Ich schließe mich Ihrem gütigen Aufrufe mit Vergnügen an, und glaube Viele meiner nachbarlichen Kollegen zum Anschlüsse zu bewegen. Ob Berlin sich zum Sammelplätze nicht besser eignen würde — zumal es diesmal weniger auf individuelle Ansichten über Religion ankommt — überlasse ich Ihrem Ermessen. Die entsprechendste Jahreszeit hierzu wäre, nach meinem unmaßgeblichen Dafürhalten: vom 16. bis zum 18. April e., in der keine Trauungen vorzukommen pflegen. Ersprießlich würde es sein, so oft als möglich diesen Gegenstand in den öffentlichen Blättern, zunächst aber in der Zeitung des Judenthums, wiederholentlich anzuregen. Landsberg, Oberrabbi.