Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 12 (18.3.1850)
- Date
- 1850-03-18
- Page
- Seite 163 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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163 angesehene Männer dahin wegen der Versteigerung der Zölle, denn der König verpachtete sie jährlich an die reichsten Männer jeder Stadt. Wie diese auf dem Wege den Joseph trafen, lachten sie über seine Armuth und Dürftigkeit. Als er aber nach Alexandrien kam und hörte, der König sei in Memphis, ging er ihm entgegen. Er traf den König im Wagen sitzend; ihm zur Seite befand sich seine Gemahlin und sein Freund Athenion, derselbe, der nach Jerusalem gekommen und von Joseph so gastfreundschaftlich ausgenommen worden war. Als Athenion ihn bemerkte, machte er sogleich den König auf ihn aufmerksam: das sei der treffliche und freigebige junge Mann, von dem er, aus Jerusalem zurückgekehrt, ihm erzählt habe. Hierauf grüßte ihn Ptolemaus zuerst und forderte ihn auf, zu ihm in den Wagen zu steigen. Joseph that es, und der König verlangte Rechenschaft über das Benehmen des Onias. Halt es, sprach Joseph, seinem Atter zu Gute, denn Du weißt ja, daß es so zu gehen pflegt: die Alten werden wieder wie die Kinder. Aber von uns Jüngeren sollst Du Alles erhalten, daß Du Dich über Nichts wirst zu beschweren haben. Dem Könige gefiel des Mannes einnehmendes und gewandtes Wesen so, daß er ihn so lieb gewann, als hatte er ihn längst gekannt und erprobt. Er bot ihm im Königspalaste eine Wohnung an, und täglich sollte er an seinem Tische speisen. Als nun der König nach Alexandrien kam, da ärgerten sich die Vornehmen aus Syrien, als sie Joseph neben dem Könige sitzen sahen. „Als nun der Termin herankam, an welchem die Zölle verpachtet werden sollten, gaben diejenigen, die in ihrer Heimath für die Angesehensten galten, ihr Gebot ab. Als die Zölle Syriens, Phöniziens, Judaa's und Samariens schon auf 8000 Talente Heraufgetrieben waren, trat Joseph vor und beschuldigte die Bietenden, sie hätten sich mit einander verabredet, dem Könige ein so kleines Gebot für die Zölle zu machen; er selbst biete das Doppelte, und außerdem wolle er noch die eingezogenen Güter derjenigen, die sich gegen das königliche Haus vergangen hatten, darbieten. Denn auch dies wurde zugleich mit den Zöllen verpachtet. Dem Könige war dies zu hören sehr lieb, und er sagte, daß er dem, der seine Einkünfte vermehre, die Zölle zuschlage. Zugleich fragte er ihn, ob er ihm auch sichere Bürgen stellen könne? Da antwortete ihm Joseph auf eine feine Weise: Wohl werde ich Dir gute und rechtliche Leute stellen, in die Ihr gewiß kein Mißtrauen setzen werdet. Und als der König sie ihm nennen hieß, sagte er: Dich selbst, o König, und Deine Gemahlin stelle ich beiderseits als Bürgen. Darüber lachte Ptolemaus und schlug ihm ohne Kaution die Zölle zu. Das verursachte denen, die aus ihren Städten nach Egypten gekommen waren, keinen geringen Verdruß, daß sie so zurückgesetzt worden waren, und Jeder kehrte beschämt in seine Heimath zurück. Joseph aber erhielt vom Könige zweitausend Reiter; denn er hatte sich die Truppen ausgebeten, um diejenigen, die sich gegen ihn auflehnen würden, zwingen zu können. Auch lieh er von den Freunden des Königs fünfhundert Talente und eilte nach Syrien. Als er nun nach Askalon.kam und die Steuer von den Askaloniten einforderte, wollten diese nicht nur Nichts zahlen, sondern überhäuften ihn noch mit Schmähungen. Da ließ er die Angefehensten unter ihnen, ungefähr zwanzig an der Zahl, greifen und hinrichten *), und das Geld, das aus ihren eingezogenen Gütern gelöst wurde, gegen tausend Talente, schickte er dem Könige und zeigte ihm zugleich an, wie er gehandelt habe. Ptolemaus bewunderte seinen Much, billigte das Geschehene und gab ihm unumschränkte Vollmacht, zu thun, was ihm gut dünkte. Wie dies die Syrer durch das Gerücht erfuhren, waren sie. sehr in Angst, und da sie an den getödteten Bürgern in Askalon ein warnendes Beispiel der Widersetzlichkeit hatten, empfingen sie überall Joseph mit offenen Thoren und zahlten die Steuer. Nur die Scythopolitaner wagten es, ihn mit Schimpfreden zu überhäufen, und weigerten sich, die Steuern zu zahlen, die sie früher ohne Anstand immer entrichtet hatten. Dafür ließ er auch ihre Vornehmen mit dem Schwerte hinrichten und schickte ihr Vermögen an den König. (Fortsetzung folgt.) *) Nun, ein so kurzer Prozeß gegen Steuerverwelgerer möchte wol selbst der „Neuen Preußischen Zeitung" etwas zu unkonstitutionell sein. D. R. d. M. f. d. A. Anzeigen. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshand lun g. Die Schachterstelle in Johannisburg ist befe|t' Der Vorstand.