Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 10 (4.3.1850)
- Date
- 1850-03-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- Haman 1× ep/1004757
- Minsk 1× ep/1000754
- Września 1× ep/1048180
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XIV. Jahrgang, No. IO. Allgemeine Zeitung des Audcnthums. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philipps»«, Rabbiner zu Magdeburg. Vertag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 4. März 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 9 0 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22^2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel r Israel und Amalek. Aus einer S.. Sachor-Predigt. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Wreschen, Berlin, Potsdam, Anklam, München. Oe st erreich ischerKaiserstaat: Wien, Wien. Großbritanien: London. Rußland: Minsk, von der polnischen Grenze. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Die Beerdigung (Schluß). — Der Eid more judaico. Leitender Artikel. Magdeburg, 24. Februar. Israel und Amalek. Aus einer S. Sachor-Predigt. Die Begebenheit, welcher der heutige Sabbat von der Synagoge gewidmet ist, enthalt, wie sie in der Schrift erzählt wird, mehrfache Dunkelheiten, ja etwas Geheimnißvolles. I. Bevor noch Israel zum Sinai gelangte, brach in der Wüste plötzlich der wilde, räuberische Beduinenstamm Amalek aus seinen Wohnsitzen zwischen Egypten, Philistäa und dem Sinai hervor, überfiel das vom Wege ermüdete Israel, raffte deffen Nachzügler auf und war nahe daran, ihm empfindliche Verluste beizubcingen. Da besiegte am andern Tage Josua den Feind, Mosche aber übergab es dem ewigen Gedachtniß des Volkes. Spater, nach dem Vorgang mit den Kundschaftern, schlug sogar Amalek die Israeliten, aber nur auf jenen ersten Ueberfall hin, sehen wir Mosche den Israeliten im 5. B. M. noch einmal das beständige Gedachtniß der That Amaleks gebieten. Saul wurde durch Samuel berufen, diesen Befehl Mosche's zu vollführen, jedoch erst unter Chiskija verschwand Amalek vor dem siegreichen Schwerte der Simeoniter. Dennoch widmete die Synagoge viele Jahrhunderte später diesem Gedächtniß einen besondern Sabbat, uud verlegte diesen auf den vor dem Feste des Purim, weil Haman ein Agagi genannt wird, Agag der Königsname der Amalekiter war, so daß man Haman für aus Amalek entsprungen halt. Nun, war denn Amalek der erste und letzte Feind Israels, daß sein nie vergessen werden sollte? War denn der Schaden, den Amalek Israel zufügte, so unendlich groß, daß seiner ewig gedacht werden sollte? Wozu diese Erinnerung um den langst verwehrten Staub eines kleinen Volksstammes, der durch Nichts ausgezeichnet war, und von dem seit Jahrtausenden nicht einmal der Name mehr übrig wäre ohne dieses Gedenken Israels? Aber dies ist nicht das einzige Dunkele an dieser Sache. Es heißt (2 M. 17, 10. 11.), Josua stritt wider Amalek: „aber Mosche, Aron und Chur stiegen auf den Gipfel des Hügels. Da geschah es, so wie Mosche seine Hand erhob, siegte Israel, aber wie er seine Hand ruhen ließ, siegte Amalek." Wie? fragt die Mischna Rosch. hasch, schon (29, 1.): konnten denn die Hände Mosche's den Kampf entscheiden? und sie meint, es be-