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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-02-18 · Heft 8 (18.2.1850) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 8 (18.2.1850)
Date
1850-02-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XIV. Jahrgang. No. 8. Allgemeine Zeitung -es I«-eut-«ms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgartners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. Leipzig. Leipzig, den 18. Februar 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 9 6 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst ni ed r igr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. ^>5 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 >/2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspetition für beite Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel.: Aufruf an die Rabbinen Preußens. Zeitungsnachrichten: Deutschland: München, München, aus Kurheffen, Dessau, Berlin, aus dem Großherzogthum Posen. O e st er r e i ch isch e r K a i se r st a a t: Krakau, Prag, aus Böhmen. F r a n kr e i ch: Paris. Korrespondenz: Ueber die Zustände der Gemeinde (Schluß). Leitender Artikel. Magdeburg, 12. Februar. Aufruf an die Rabbinen Preußens. Die Verfassung ist endgiltig ftftgestellt, beschworen. Der Frühling ist nahe. Die Verfassung, welche die Selbstständigkeit der Religionsparteien garantirt, erinnert an die Auslegung und Verwirklichung der geschriebenen Paragraphen. Der Frühling erinnert, daß, wer ernten und Früchte genießen will, auch pflügen, eggen und säen muß. Rabbinen Preußens, was gedenkt Ihr zu thun? Fühlt Ihr keinen innern Beruf, für die rechte Ausführung der, Kirche und Schule betreffenden Verfassungs- Paragraphen einen gemeinsamen Schritt, eine gemeinsame Kundgebung zu thun? Wißt Ihr nicht, daß Selbstständigkeit auch für viele Gemeinden gleichbedeutend ist mit — Selbstzerceißung, Selbstzerrüttung, Zer- und Verfall? Ist es nicht so weit schon gekommen, daß viele Gemeinden sich gar keinen Religionslchrer und Seelenhirt mehr halten können, weil sie in der Auflösung sind? Und wollt Ihr dem zusehen, bis endlich die Staatsregierung, vor solcher weitcrgreifenden und immer mehr ansteckenden Zersetzung erschreckt, ihr Machtwort wieder in die Schale legt?- Ungern trete ich wieder auffordernd auf. Es hat mir selten Freude gemacht, wenn ich auf dem Gebiete des Judenthums mit einem Vorschläge hewortrat. Auf anderen Gebieten glückte es mir mehr. Aber wer kann am Ende dem Drange des Herzens widerstehen? wer will sich dem Richter entziehen, der spricht: Du darfst dich dem niemals entziehen, was du für recht und nochwendig erkannt!? Die Rabbinen Preußens haben, nach meiner Meinung, die höchste Verpflichtung, sich zu vereinigen, um in der äußern und innern Stellung des Judenrhums — nachdem die Stellung der Juden gesichert — gemeinsame Schritte und Kundgebungen zu besprechen und zu thun. Bevor wir aber nur einen Schritt weiter gehen, sei bemerkt: es darf sich hier nicht um glänzend verkündete Rabbinerversammlungen, um Kosten und Aufwand verursachende, öffentlich in großen Sälen vor großen Zuhörerhaufen tagenden Versammlungen, um der Welt zu verkündende Reformen u. dgl. handeln.... Alles dies nicht.

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