Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 5 (28.1.1850)
- Date
- 1850-01-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XIV. Z-h-gang. Allgemeine No. s. Zeitung des ZudcnthumS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 28. Januar 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig? mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*/2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel.: Die Zukunft. Zeitungsnachrichten rDeutschland: München, München, München, München, aus Baiern, Frankfurt a. M., Mannheim, Erfurt, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Krakau,Krakau,Pesth. Frankreich: Paris. Rußland: Petersburg. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Gemeinde- Wesen. Belletristisches r Erzählungen eines Großonkels. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 20. Januar. Die Zukunft. Aus einer Predigt zu Sabbat-Bo. Ein großer, bedeutungsvoller Ausspruch tritt uns am Schluffe der heutigen Haphtora, aus dem Munde des Propheten Jirmeja 46, 28. entgegen. „Du, fürchte Dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der Ewige, denn mit Dir bin ich; Vernichtung üb' an all den Völkern ich, dahin ich Dich zerstreuet, doch Dich vernicht' ich nicht; nur daß ich Dich dem Recht nach züchtige und Dich nicht ungestrafet lasse." Dieser Ausspruch, der da Vernichtung, Untergang, Aufhoren, Ende verkündet über alle Nationen, aber Dauer, Verbleiben, eine irdische Ewigkeit über Israel, wenn auch Züchtigung, Strafe, also zeitweises Uebel und Unheil für dasselbe-wir haben bereits, seitdem er gethan worden, drittehalb Jahrtausende hinter uns, ihn zu prüfen, ob das ein wahrer Ausspruch eines wahren Propheten, oder das Hirngespinst eines Träumers, oder das Lügenwort eines Gauklers gewesen. Bemerket wohl, meine Lieben, es gilt hier nicht einen Ausspruch, der irgend einen allgemeinen Satz, eine allgemeine Lehre enthalt — was wäre es zu verwundern, wenn Hundertlausende von Jahrhunderten über den Ausspruch „Gott ist ein einiges, ewiges Wesen", oder „Gott ist der Urquell alles Seins, Schöpfer des Himmels und der Erden", oder „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" dahingegangen, und solche Lehre wäre noch so unumstößlich wahr, wie am ersten Tage ihrer Verkündigung? Aber nein! unser Ausspruch ist eine geschichtliche Verkündigung, die Ereignisse und Vorgänge in der Menschenwelt betreffend, und da, wisset Ihr, müssen wir den schon als einen tief einsichtsvollen Mann gelten taffen, der den Verlauf der Dinge auf Monate und Jahre voraussagt, wie viel mehr auf Jahrtausende? Also, der Spruch des Propheten Jirmeja, ist er eine Wahrheit geworden? hat er sich bewährt? haben die Ereignisse ihn bestätigt? Ihr selbst seid dessen Zeugen! Ihr, Israeliten, stehet noch hier, nach so vielem Wechsel des Otts und der Zeit, noch immer in gerader Linie die Nachkommen derselben Männer, zu denen Jirmeja gesprochen, noch immer dieselbe Wahrheit bekennend, noch immer derselben Idee anhängend — aber tnö* nta tman tea „Vernichtung brachte Er über alle die Völ-