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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-01-14 · Heft 3 (14.1.1850) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 3 (14.1.1850)
Date
1850-01-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 3. XIV. Jahrgang Allgemeine Zeitung des ZudcnthumS. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 14. Januar 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. "des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit' des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel.: Das Judenthum und die Emanzipation. Zeitungsnachrichten: Nordamerika: Baltimore. Oesterreichisch er Kaiserstaat: Prag, Wien, Wien, Brody. Deutschland: Tessin, München, München, München, Frankfurt am Main, Braunschweig, Werl, Berlin. Türkei: Schumla. Polen: Warschau. Belletristisches: Erzählungen eines Großonkels. Leitender Artikel. Magdeburg, 6. Januar. Das Judenthuw und die Emanzipation. „So wie es für das Judenthum keine größere Gefahr giebt, als die Emanzipation, ebenso wird das Stockpreußenthum in Staat und Volk nicht rascher und nicht gründlicher ausgerottet werden, als durch die möglichst vollständige Verschmelzung Preußens mit dem übrigen Deutschland." So läßt sich die „Köln. Zeit." in ihrem Leitartikel vom 3. Januar vernehmen. Es wäre ein unnöthiges Werk, die Köln. Zeit, für diese Ansicht vor das Forum der Wahrheit und Erfahrung zu laden. Die Köln. Zeit, giebt so oft Gelegenheit, sie vor dieses Tribunal zu zitiren, und sie läßt sich von diesem so oft in contumaciam verurtheilen, als daß es noch der Mühe werth wäre. Aber jener Ausspruch ist ein oft gehörter, ist nur die Wiederholung eines vor vielen Dezennien schon vernommenen Satzes. Wir erinnern uns, schon bei dem Beginn dieser Zeitung — 1837 — denselben Satz bekämpft zu haben. Wurde er ja früher von den Liberalen als ein Motiv zur Emanzipation der Juden häufig genug vorgetragen. Nun, es sind Dezennien verflossen, und der Satz ist heute noch eine Unwahrheit, wie damals. Blicket doch nach Frankreich, wo die Juden bereits 60 Jahre emanzipirt sind, und das Judenthum besteht noch immer. Sehet nach Holland, wo sie seit 53 Jahren emanzipirt sind, und das Judenthum besteht da noch, zum Theil in seiner mittelalterlichsten Form. Schauet nach Nordamerika, wo nie eine Glaubensfessel bestand, und ihr gewahret dort hundert, mit einer nie größer gekannten Energie aufblühende Gemeinden! (Vgl. den Art. aus Baltimore in dieser Nr.) Also die Erfahrung straft euch Lügen — was fragt ihr aber nach einer Solchen, wenn ihr euch mit einer veralteten Phrase triumphirend über den konstitutionellen Schmerbauch streichen könnet! Oder wollet ihr sagen: ja, Frankreich, Holland, Nordamerika, das sind Länder der Dunkelheit, aber hier, der Landstrich am Rheine, wo wir unser Licht glänzen lassen, das ist das Land der Aufklärung, das Land des Rockes und der Piusvereine! Wir überlassen euch dies. Aber wir wollen es euch und uns nicht so leicht machen, uns mit dieser Abfertigung zu begnügen. Wir wollen vielmehr der Sache näher auf den Leib rücken. Was nennt ihr denn Emanzipation? Etwa jene Paar Worte, die da besagen: von jetzt an seid ihr zum

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