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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-01-07 · Heft 2 (7.1.1850) · p. Seite 28

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 2 (7.1.1850)
Date
1850-01-07
Page
Seite 28 (sequence 12)
Language
German
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28 mudisten nicht ab, ganz äußerlich dm Wechsel der menschlichen Geschicke als „Glück" zu bezeichnen und zu betrachten. abm -inma aos-j bfo „Ein Rad kreiset in der Welt" (Sabb. 151.), sagen auch sie nach der bekannten Vorstellung des „Glückes", und in diesem Sinne drücken sie Wechsel des Glückes so aus: „die Welt gleicht dem Rade mit den Eimern, von denen der volle leer, der leere voll wird" (Vajikr. rab. 154, 1.). Daß aber dieser Wechsel nicht immer nach Verdienst trifft, wird köstlich so dargestellt: pttt aibaa "N22N im ainttt nbtf)*1 „die Zeit bringt die Fliege zur Freiheit, und den Adler in den Käsig". Daher gehören zu jeden Werkes glücklicher Ausführung auch begünstigende Umstande: mna nass* mna löinn (Berach. 5.) „kein Gefangener kann sich selbst aus dem Gefangniß befreien"; wie sie im Gegensatz sagen: „Leben, Kinder und Nahrung hangen nicht vom Verdienst, sondern vom Glücke ab" (Moed Kat. 28.). Als den endlichen Rath geben sie daher dem Menschen auf burleske Weise folgenden: *niü8 nrninn maai amb marian bub tbk* na mm (Jatk. Nizab.) „Heil dem, welcher sich fügt wie ein Ochs dem Joche, wie ein Esel der Last, wie eine Kuh zum Pflügen aus dem Felde." Unter dem, was die Talmudisten den Menschen im Leben am Meisten empfehlen, steht die Verschwiegenheit und Behutsamkeit oben an. Sie wollen diese gegen Alle, gegen den Freund, gegen das eigene Weib, überall und immer geübt wiffen. „Viele werden dich begrüßen," sagen sie dem Sirach nach, „aber dein Geheimniß eröffne nur Einem von Tausenden, und selbst vor deiner eigenen Frau wahre die Pforte deines Mundes (nach Mich. 7, 5. Sanhedr. 100.) Denn, sagt das talmudische Sprüchwort: bmab aw« pnb „Ohren hat der Weg, Ohren die Mauer" (Vajikr. rab. 80, 2.) — überall kann ein Lauscher vorhanden sein. Sie bezeichnen dies ganz wörtlich: „In einem Felde, wo Anhöhen sind, sprich keine Geheimnisse aus" (Beresch. rab. 65, 1.) — denn hinter einer Solchen kann ein Horcher verborgen sein. . pnniöi npD „sei klug und schweige!" rufen sie Dir zu Jom. 7, 1., denn: „dein Freund hat einen Bekannten, und deines Freundes Bekannter wieder einen Bekannten," sie werden es sich unter dem Siegel der Verschwiegenheit mittheilen, und so dein Geheimniß bald allgemein bekannt sein. Etwas überraschend sagen sie: a^iasab pa bai ü*>aDfib npTnD „Schweigen ziemt den Weisen, um wie viel mehr den Thoren" — damit um so weniger deren Thorheit zu Tage komme — aber es wird den Letzteren weniger gelingen zu schweigen. Sie geben daher die goldene Regel: pitöb ‘iEb ‘naib „lehre deine Zunge sagen: ich weiß nicht!" (Berach. 4, 1.), und: •pmnvann dt« ">rr abi3>b „jederzeit sei der Mensch vorsichtig mit seinen Antworten" (Megil. 25, 2.). Und so prägen sie ihre Empfehlung des Schweigens noch in folgenden Sprüchen aus: «piriwa tfbm «aD „die beste Spezerei ist das Schweigen" (Megil. 17.), und: ■p^rD apirnaa *böa ttba „ist das Reden einen Gulden werth, so ist Schweigen zwei werth" (Megil. 18.) (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 11/i Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Literarische Anzeigen. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: .Geschichte der Juden von der Zerstörung Jerusalems an bis auf die gegenwärtigen Zeiten. Von Hanna Adams in Boston in Nordamerika. 2 Thle. gr. 8. 3 Thlr. Bei A. L. Ritter in Arnsberg ist soeben erschienen und in allen Buchhandlungen vorräthig: 'srnn crnStf Gott meine Zuflucht. Ein Gebetbuch für gebildete Israeliten und Israelitinnen von 2. H. Lehmann, Religionslehrer und Hilfsprediger in Soest. Preis geh. 12*/2 Ngr. Dieses vortreffliche Gebetbuch ist auch im Aeußern gut ausgestattet und äußerst billig. Druck von I. B. Hirschseld in Leipzig.

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