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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-01-01 · Heft 1 (1.1.1850) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 1 (1.1.1850)
Date
1850-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 1 XIV. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zu-cnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philkppso», Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. Leipzig, den 1. Januar 1850. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 1 5 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*/2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Me Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikelr Das Jahr 1849. — Kreuz- und Querzüge. Zeitungsnachrichten: Deutschland: München,München, München, Hannover, Hannover, Berlin, Berlin, von der preußisch-polnischen Grenze. OesterreichischerKaiserstaat: Prag, Wien, Wien. Belgien: Brüssel. Frankreich: Paris, Mühlhausen. Italien: Nizza. Großbritanien: Portsmouth. Amerika: Paris. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Rabbinische Sprüchwörter. (Fortsetzung.) — Neugestaltung des Gemeindewesens. (Fortsetzung). Leitende Artikel. Magdeburg, 1. Januar. Das Jahr 1848. Das Jahr 1848 war das stürmischeste der neuern Zeit, 1849 das verh*angnißvollste für Staaten und Personen. Im Jahre 1848 brachen die Vulkane mit furchtbaren Strömen brennender Lava, Feuergarben und glühender Felsblöcke aus; im Jahre 1849 wurden die Ausbrüche gestillt, die Krater geschlossen — wie es mit den unterirdischen Zündstoffen steht, das kann kein sterbliches Auge absehen. Was galt nun das verflossene Jahr für Judenthum und Juden? Sollte man es glauben: es war ein Jahr des Stillstandes — innerhalb der großen Bewegung der europäischen Welt, innerhalb-so vielen Kampfes und so tief gehender Erschütterung ein Jahr des Stillstandes! Und doch seien wir wenigstens nach äußerer Seite hin dieses Stillstandes froh. Ist doch ein Stillstand kein Rückschritt. Und war ein Rückschritt möglich? Sicher. Warum hätten nicht so gut wie in Rom auch anderwärts die wieder zur Herrschaft gelangten Parteien die vormärzlichen Zustände für die Juden wieder Herstellen können? Allerdings ist aber auch ein Stillstand kein Fortschritt; und fortgeschritten sind wir nirgends. Abgesehen davon, daß die Emanzipationsbill in England abermals durch das Oberhaus beseitigt wurde, und daß in Baiern nur erst noch die zweite Kammer ihre Zustimmung gegeben: so verbleiben wir aller Orten darum im Stillstand, weil wir immer noch nicht recht wissen, woran wir sind. Wir fühlen es in Preußen, daß wir den sichern Boden noch nicht unter den Füßen haben, wir fühlen es in Oesterreich, daß die Verwirklichung der Gleichstellung noch viele größere und kleinere Hindernisse zu überwinden hat. Dies in äußerlicher Beziehung. Was die Gleichstellung des Judenthums mit den übrigen Religionen betrifft, was einen Zuschuß für die Kosten unsers Kultus aus Staatsmitteln betrifft, wie ihn in so großem Maße die übrigen Kulte genießen — wie weit sind wir noch davon entfernt, ja, weiter als früher. Und nun das Gemeindewesen! Um keinen Schritt sind wir dem Ziele näher gekommen, der Neugestaltung des Gemeindewesens auf sicheren Basen. Hie und da hat sich eine Gemeinde

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