Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 46 (12.11.1849)
- Date
- 1849-11-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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nn. z<>hrga»g. Allgemeine No. 46. Zeitung des Zudenthums. Ei >i unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 12. November 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Semaßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22{r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungß-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Zeitungsnachrichten: Nordamerika. Deutschland: Frankfurt am Main, aus Pommern. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Die Schweiz: aus der Schweiz. Italien: Rom. Literarische Nachrichten: Anklam. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Historisch- Geographisches im Talmud, von F. Lt. — Ein sehr schwieriger Psalm. Belletristisches: Prag vor hundert Jahren. Erzählung von 4)r. Samuel Mayer. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten. Nordamerika. * Sicherlich interessirt es uns, einiges Nähere über das Schicksal Vieler unserer Glaubensgenossen, welche jährlich Europa verlassen, und sich über die nordamerikanischen Staaten zerstreuen, zu erfahren. In den eben erschienenen „Amerikanischen Wald- und Strombildern" schildert im zweiten Theile Gerstäcker, der die nordamerikanischen Staaten lange Zeit bereiste, die „wandernden Krämer" folgendermaßen: In den Vereinigten Staaten, wo die Farmer und Pflanzer nicht, wie in Europa, in Dörfern und Marktflecken zusammen, sondern vereinzelt auf ihrem eigenen Lande und von diesem umgeben wohnen, ist natürlich der Handel und Verkehr zwischen den verschiedenen, isolirt liegenden und oft meilenweit von einander getrennten Besitzungen, wenn auch nicht gehindert, doch sehr erschwert, und feststehende Kaufläden könnten nur denen zum Nutzen und zur Bequemlichkeit gereichen, deren Ansiedelung sich gerade in ihrer Nähe befänden. Da nun aber der Farmer nicht gern sein Land verläßt, an das ihn dringende Arbeiten fesseln, um irgend einen kleinen unbedeutenden Gegenstand, den er auch vielleicht entbehren kann, einzukaufen, und sich lieber einmal eine Zeitlang ohne solche Gegenstände behilft, die er sich, wenn er sie eben bei der Hand hätte, wirklich anschaffen würde, so fanden es die Handelsleute bald für nöthig, anstatt auf seinen Besuch zu warten, ihn selbst aufzusuchen, und durchzogen nun entweder in eigener Person mit ihren Waarenpäcken das Land, oder schickten ihre Leute aus, während sie dem Laden zu Hause Vorständen. Vorzüglich fanden die Deutschen an dieser Beschäftigung Geschmack, besonders unter diesen die Israeliten (denn von all den wandernden Krämern in ganz Amerika sind kaum ein Zwanzigstel Christen), und von New-Pork und New-Orlcans, später von Cincinnati aus durchstreiften sie mit unermüdlicher Ausdauer jeden Winkel der Union. Der Handel ist das Lebensprinzip der Israeliten, davon liefert Amerika den unleugbaren Beweis; dort wird ihnen keine Schranke gesteckt, in der sie sich bewegen müssen; dort sind sie durch Vorurtheile oder Gesetze an keine Beschäftigung, an kein Gewerbe gebunden, sie stehen mit der ganzen übrigen Bevölke-