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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-11-05 · Heft 45 (5.11.1849) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 45 (5.11.1849)
Date
1849-11-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XDL Jahrgang. No. 45. Allgemeine Zeitung des Zu-evthmus. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Verlag von Dr. Ludwig Philipps««, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. ZU Leipzig. Leipzig, den 5. November 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 224 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Me Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Ieitungs-Erpedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Der Blick in die Zukunft. — Die Eigentümlichkeit der Juden. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Berlin, Bruchsal. Oesterreichisch er Kaiserstaat: Prag, Wien. Italien: Rom. Frankreich: Paris. Rußland: Petersburg. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Rabbinische Sprüchwörter (Fortsetzung). — Erklärung über eine Erklärung, von F. Lt. Belletristisches: Prag vor hundert Jahren. Erzählung von vr. Samuel Mayer. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Magdeburg, 28. Oktober. Der Blick in die Zukunft. Als im vorigen Jahre der Flug der Ereignisse die bestehenden Beschränkungen aus konfessionellen Gründen in einem Lande nach dem andern zerbrach, die bürgerliche und politische Benachtheitigung der Juden in einem Staate nach dem andern wie sprödes Glas zersplitterte — da dachten Viele und sprachen aus: daß die äußere Geschichte der Juden beendet sei. Nur in Ländern, wo das Sklaventhum noch ein allgemeines sei, könnte sich die Knechtschaft der Juden noch erhalten, und würde einmal mit jenem zugleich verschwinden. Wir waren dieser Meinung nicht; wir sahen tiefer in den Komplex der Symptome, welche die Ereignisse begleiteten, und erblickten schon damals das Hervortreten einer Reaktion, welche früher oder später zur Herrschaft wiedergelangen mußte, da die ihr entgegengesetzten Elemente aller Organisation und alles soliden Talentes entbehrten. Diese entgegenstehenden Elemente gingen auf fernliegende Extreme aus, welche nicht realisirt werden konnten, und trieben dadurch die Gemäßigten in die Arme der Reaktion. So trat diese, mächtig erstarkt, in die Schranken, und siegte, und es war vorauszusehen, daß sie dann die Gemäßigten ebenfalls zurückweisen, und nur durch volle Konsequenz allein ihre Obherrschaft bleibend zu begründen glauben werde. Wir können auf viele Artikel dieser Zeitung aus dem vorigen Jahre verweisen, um zu zeigen, daß dies keine Schlüsse post factum sind, sondern von uns ausgesprochen wurden zu einer Zeit, wo Viele davon noch keine Ahnung hatten. Die Perioden sind leicht zu übersehen: die Revolutionszeit, die Herrschaft der Radikalen, die Vereinigung der Gemäßigten mit der Reaktion, der Sieg dieser, die Ueberwindung der Gemäßigten durch die Reaktion. In dieser letztem Zeit stehen wir jetzt. Um die bürgerliche Gleichstellung der Konfessionen zu erlangen, dazu bedurfte es nur des Sieges der Gemäßigten. Darum, so lange die Reaktion diese zu schonen hatte, blieb jene unangetastet. Jetzt, wo dies nicht wehr stattfindet, wo die Reaktion triumphirt, jetzt verlangt sie auch am Hellen Tage die Aufhebung auch dieses Zugeständnisses, auch dieser Verheißung. Die Kreuzzeitung ruft aus: „alle Marzerrungenschaften sind beseitigt, warum soll die letzte, die verderblichste (!) derselben, daß die bürgerlichen Rechte vom religiösen Bekenntnisse unabhängig sein sollen, bestehen bleiben?" Wir brauchen

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