Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1849)
- Date
- 1849-10-29
- Page
- Seite 632 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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«32 aus. Darum liebte ihn auch mein unvergeßlicher Lehrer Rabbi Meir Schiff, und er flößte mir auch, als ich bei ihm in Fulda war, eine besondere Hochachtung vor ihm ein. Bald wurden wir in unserer sorglosen Ruhe gestört, denn es stürmten betrunkene Männer des Krieges herein, scheltend und fluchend. Sie suchten uns zu ärgern, aber wir blieben stille und gaben keine Antwort auf ihre bösen Fragen und Reden. Wir suchten uns fortzuschleichen, denn vor einem besoffenen Soldaten und vor einem Heuwagen muß man, wie man im Schwarzwald zu sagen pflegte, ausweichen. Aber sie merkten unsere Absicht und versperrten uns den Weg. Sie fragten uns, warum wir ihren Erlöser umgebracht hätten und warum wir seine Glaubenslehre nicht annehmen wollten? Ich erwiderte, daß wir damals nicht in Jerusalem waren, weil wir noch nicht gelebt hatten, und daß die prager Juden überhaupt unschuldig an seinem Tode gewesen, denn sie seien schon nach der Zerstörung des ersten Tempels nach Prag gekommen und dort geblieben. Ein Trommler aber faßte mich am Barre, riß mir das Kinn in die Höhe und rief: Das sind Ausflüchte! du mußt mir den wahren Grund sagen. Doch was sehe ich! Bist du nicht der Judenjunge gewesen, der mich in der fuldaer Judenschule beschimpfte? Warte! ich will deinem Schädel ein Denkzeichen geben, daß dich der Eisenmenger in Zukunft bester erkennen kann. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1V« Ngr.(1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Berlagshandlung. Konkurrenz. Die hiesige israelitische Kultusgemeinde beabsichtigt, zu Neujahr 1850 einen Religionslehcer und Prediger anzustellen. Wissenschaftlich und talmudisch gebildete Männer, welche hierauf reflektiren, wollen authentische Zeugnisse über ihre Befähigung und Moralität, so wie auch zugleich eine schriftliche Arbeit konfessionell-religiösen Inhalts an den Unterzeichneten Vorstand portofrei einsenden und der Eröffnung der weiteren Bedingungen gewärtig sein. Dessau, Oktober 1849. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde. * Sonnenthal. W. Wolffohn. Ein jüdisches Mädchen von 13—15 Jahren, das gute Vorkenntnisse besitzt, könnte unter billigen Bedingungen mit der Nichte des Unterzeichneten, die auf Neujahr 1850 die Schule verläßt, gebildet und herangezogen werden. Der Unterricht in Musik, sranzösischer Sprache, biblischer Geschichte und die Elementarfächer werden zu Hause theils vom Unterzeichneten, theils von seiner Gattin gegeben. Eine gute Behandlung und Beaufsichtigung, als wie ein eigenes Kind, könnte garantirt werden. Sich franko zu melden bei S. Weil, Di*, med. in Walkringen bei Bern in der Schweiz. Literarische Anzeigen. Im Verlage von Emil Baensch in Magdeburg erschien: Israelitische Konfirmationsscheine In Quartformat. Sehr elegant gedruckt. CV" Der Preis ist für ein Exemplar schwarz 11/2 Sgr. zehn Exemplare - 10 Sgr. ein Exemplar broncirt 2 Sgr. zehn Exemplare - 15 Sgr. In größeren Partieen bedeutend billiger. Jede Buchhandlung nimmt Bestellungen darauf an. Proben stehen zu Diensten. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Entwickelung -er religiösen Idee im Iudenthume, Christenthume und Islam. In zwölf Vorlesungen über Geschichte und Inhalt des Iudenthums dargestellt von Dr. Ludwig Philipps»». Gr. 8. drosch. 189 Seilen. Preis 24 Ngr. Harfenklänge der heiligen Vorzeit. Ein Schul- und Haus-Lesebuch über alle Theile der heiligen Schrift alten Testaments. Aus den besten Bearbeitungen der deutschen Claffiker, gesammelt von vr. H. Zolowicz. 15 Bogen gr. 8. broch. 15 Ngr. Druck von I. B. Hirschfetd in Leipzig.