Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1849)
- Date
- 1849-10-22
- Page
- Seite 616 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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616 Tatrnudisten sich von den Frauen gebildet, und in ihren Sprüchen ausprägten. Galant waren unsere Vorvordern nicht sehr, und ob es nun un ihnen gelegen, oder an den Frauen ihrer Zeit, daß sie bei Weitem mehr die Kehrseite des weiblichen Charakters studirt hatten, laßt sich jetzt nicht mehr entscheiden. Unsere Leser mögen selbst zusehen, was sie von ihren Aussprüchen zu halten. Schon auf die Geburt eines Mädchens sehen die Herren scheel hin, denn sie sagen: tn8 bDb "pn^Dn mups*! -»sab ^8* D^DTtt ,,männliche Kinder sind aller Welt lieb, aber wehe dem Vater der Mädchen/' Dies wird sehr materiell begründet: rva nDD 82 2dt 82 DibD "p8 irrps „kommt ein Knabe zur Welt, bringt er sein Brod mit, ein Mädchen bringt Nichts dergleichen mit" (Nidda 31, 2.), also weil ein Knabe sein Brod erwerben wird, die Tochter von den Eltern erhalten werden muß. 'Aber in anderer Beziehung und ausführlicher wird Sanhedrin 100, 2. gesagt: 8m:ap:i 8b r-nnDtt 8-nz3 ri-inDn rrD8b rQ 8b 8DO ST-tön * n:Tn 8E\ö ’i-rnrnp 8/2U3 frrpTirT ' d^d rrb rrr 8b 8?:^ n8\D5 * 8'D:\r :d^idd n „Eine Tochter ist ihrem Vater ein eitler Schatz; aus Befürchtung für sie kann er nicht schlafen; ist sie noch ganz jung, daß sie nicht verführt werde, ist sie noch jung, daß sie nicht buhle, ist sie mannbar, daß sie nicht unverheirathet, ist sie verheirathet, daß sie nicht kinderlos bleibe; ist sie alt, daß sie nicht Zauberei treibe/' tFo rtsetzung folgt.) Anzeiger. Iri demselben werden Annoncen aller Art gegen L */* sftgr. () gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Der Hierselbst verstorbene Kaufmann Herr Jsaao Zcrüer Cohn legirte ein Kapital von 10,000 Thlr., welches beziehungsweise auf 12,000 Thlr. erhöht wird, dessen Zinsen nebst freier Amtswohnung einem jüdischen Gelehrten gewahrt werden sollen, der das 40ste Lebensjahr schon erreicht und seine Rabbinatsfahigkeit vor drei Rabbinatsgerichten (Beselin, mit denen wir wirklich fungirende Rabbiner gleich stellen zu können glauben) bescheinigt beizubcingen im Stande ist. Die Auswahl steht dem Unterzeichneten Gemeindevorstande und 6 von demselben bereits erwählten Mrtglieoern, nebst den beiden im Testamente benannten Erben zu. Es wird daher vorbehaltlich der bereits nachgesuchten landesherrlichen Genehmigung zu dieser Rabbinatsstiftung der Wahltermin auf Montag den IO. Dezember d I. B. M. 9 Uhr hierorts im Gemeinde - Sessions-Zimmer anberaumt, bis wohin Befähigte in frankirter Zuschrift an den Gemeindevorstand Hieselbst unter Beifügung der nöthigen Beweisstücke sich zu melden haben, bei welchem auch die sonst darauf bezüglichen testamentarischen Bestimmungen zu erfragen sind. So geschehen G log au den 9. September 1849. Der Vorsteher und die Aeltesten der hiesigen jüdischen Gemeinde. Levys hn. Lehfeldt Ludwig Michaelis. 9t L. Lstertag. Hermann Levy. Gesuch eines Kommis und eines Lehrlings. In einer der bedeutenderen Modewaarerrhandlungen Braunschwcigs wird zu Ostern 1850 ein Kommis gesucht, welcher gewandter Verkäufer und mit guten 'Attesten versehen sein muß. Ein Lehrling kann gegen ein angemessenes Lehrgeld sogleich placirt werden. Nachricht ertheilt gegen frankirte Briefe der Herr H. Goldberg in Braun schweig. Literarische Anzeige. Bei I. C. I. Naab«; <& Comp, in Kassel erschien: Die S onrrtagsfeier (Sabbatscier) aus dem Gesichtspunkte des öffentlichen Gesundheitswesens, der Moral, der Familie und der bürgerlichen Verhältnisse betrachtet von P I. Proudhon. gr. 8. drosch. 12 Sgr. Da diese Schrift hauptsächlich über die mosaische Institution des Sabbats handelt, so wird sie gewiß einem jeden gebildeten Israeliten eine interessante Lektüre abgeben. Druck von I. B. Hirschfeld in Leipzig.