Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1849)
- Date
- 1849-10-01
- Page
- Seite 571 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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571 Ueber den in erwähnter Stelle von mir angeführten Namen einer persischen Königin: Jfra Hurmiz, Mutter des Königs Schabur (Nidda 20, b), stellt Cohn folgende Hypothese auf. Der Vater des Königs Schabur oder Sapor (N2b?2 hieß, wie aus der persischen Geschichte bekannt, Hormuz, dessen Frau mag nun (vielleicht eine Art Favoritsultanin) rwift „Begünstigte des Hormuz" genannt worden sein. — Dies thut jedoch meiner Uebertragung des Jfra Hurmiz durch „Huld des Ormuzd" insofern keinen Eintrag, als vermuthlich viele persische Könige eben nur zu Ehren ihrer Lichtgottheit sich Hormuz nannten (in der Zendsprache: Oburmarllüo, d. i. hochweiser Herrscher); ähnlich die alteren babylonischen Könige (Belsazar zu Ehren des Bel, vgl. Daniel 4, 5, “’nba ötösd ‘iSMJüba nnus ">"i und ibid. 5, 1.); so nennen auch viele türkische Herrscher sich Mahmud zu Ehren ihres Propheten Muhammed; ja Bayle in seinem Wörterbuche behauptet sogar, daß der Name Ormuzd in Persien schon früher sehr häufig als Eigenname vorkam, und auch Zoroasters Vater so hieß, dem zu Ehren dann dieser Religionsstifter das Lichtprinzip so benannte. Schließlich bemerke ich noch, daß jedenfalls die Emendation desRabbenu Tam (Gittin 11, a) Hurmin für Hurmiz zu lesen, weil ja der Name Hurmiz in Ansehen stände (am na«b fms ramn), ganz unnöchig ist, da auch Hurmiz (obschon bei den Parsen allerdings in hohem Ansehen stehend) ein rein heidnischer Name ist, den ein Jude sich nicht beizulegen pflegte (baw Tpött ab *on), wovon dort allein die Rede ist. Dazu kommt noch, daß der Name Hurmin (Ahriman) auch bei den Parsen nicht als Eigenname für Menschen vorgekommen zu sein scheint, wonach also dort die richtige Leseart durchaus nur Hurmiz sein kann. Dr. H. Joel, Rabbiner. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen aufgenommen. Die Verlagshandlung. Ein jüdischer Lehrer, der sowol im Jüdischen, wie im Deutschen und Französischen guten Unterricht ertheilen kann, findet bei einem Gehalt von 200 Thlr. nebst freier Station, ein gutes Engagement in Graudenz. Befähigte Personen belieben sich unter franko Uebersendung ihrer Atteste an Herrurann Lachmann in Graudenz zu wenden. Ein geprüfter Religions- und Elementarlehrer sucht ein Engagement entweder als Lehrer allein, oder als Lehrer und Schächter. Reflektirende belieben ihre Adressen unter der Chiffre D. franco poste restante Güsten (Anhalt Köthen) abzugeben. Lehr- und Erziehungsanstalt z« Kassel für israelitische Töchter. Seit der Verlegung meiner Lehr- und Erziehungsanstalt von Wolfhagen nach hiesigem Orte habe ich mit derselben zugleich eine jüdische Töchterschule Hierselbst begründet. Indem ich dies hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringe, erlaube ich mir gleichzeitig beizufügen, wie die Thatigkeit der Anstalt auf die Erziehung und Beaufsichtigung ihrer Zöglinge und die sittlich-religiöse Aufführung derselben sowol in als außer dem Hause sich erstreckt. — Vollständigen Unterricht in sämmtlichen Realien, in der französischen Sprache, Zeichnen, Musik und weiblichen Handarbeiten erhalten die Pensionärinnen durch namhafte, an dem Institute wirkende Lehrer und Lehrerinnen, und zwar vom 6. bis zum 14. Jahre in einer, dem Alter des Zöglings entsprechenden Klasse der Töchterschule und vom 14. Jahre ab in der, an dieselbe sich anschließenden Fo rtbildungsklasse. Englisch und italienisch werden nur auf besonderes Verlangen gelehrt. Eltern, welche dem Institute ihre Kinder zuzuführen beabsichtigen, werden ersucht, sich über das Nähere in portofreien Briefen gefälligst an mich zu wenden. Kassel, 1. September 1849. I. M. Zaphet, Vorsteher einer Lehr- und Erziehungsanstalt hierselbst. Lehrlingsgesuch. Ein Sohn rechtlicher Eltern, mosaischen Glaubens, kann sofort in meinem Geschäfte, welches am Sonnabend geschlossen, als Lehrling placirt werden. Auf frankirte Anfragen ertheilt nähere Nachricht E. Seckel, Goldarbeiter in Wals rode bei Celle. Literarische Anzeigen. Höchst empfehlenswerthe Schulbücher. Verlag von E. C. Leuckart in Breslau, zu beziehen durch alle Buchhandlungen des In- und Auslandes. Schulgrammatik der hebräischen Sprache, enthaltend die Work- und Formenlehre mit Ausgaben