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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-09-24 · Heft 39 (24.9.1849) · p. Seite 547

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 39 (24.9.1849)
Date
1849-09-24
Page
Seite 547 (sequence 7)
Language
German
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547 Sorgfalt uyd Behandlung genießen, giebt es doch zwei Umstände, welche nicht emangeln auf die israelitischen Kranken einen sehr oft traurigen Einfluß zu üben. Wir sprechen von der oft unbesiegbaren Abneigung, welche die Mehrzahl unter ihnen gegen die nicht-koscheren Speisen empfindet, und davon, daß sie sich von, ihrem Kultus fremden Personen umgeben finden, die folglich nicht befähigt sind, ihnen die sanften Tröstungen unserer Religion zu spenden. Es ist also dringend nothwendig, ein Asyl für die israelitischen Kranken zu gründen." Spanien. Bayonne, im September. Herr Alexander Leon von hier, gehört zu der kleinen Zahl unter unseren Glaubensgenossen, deren ganze Aufmerksamkeit nicht durch die Handelsgeschäfte aufgezehrt werden; er findet noch das Mittel, einen Theil seiner Zeit geistigen Arbeiten zu widmen. Soeben hat er in No. 19 und 20 der Monatsschrift „la liberte de penser," „Erinnerungen an Spanien" veröffentlicht. Das sechste Kapitel dieser bemerkenswerthen Arbeit ist überschrieben „die jüdischen Synagogen". Unsere Leser werden es gern sehen, wenn wir die Seiten hier übersetzen, welche der Verfasser einigen Synagogen von Toledo gewidmet hat. Er spricht zuerst von der Synagoge, die in die Kirche Santa Maria la Bianca verwandelt worden, in Folge eines Aufstandes gegen die Juden, welchen die Predigten des heiligen (!) Vincent Ferrer hervorgerufen. „Santa Maria la Bianca ist die älteste Synagoge von Toledo, und obgleich spanische Schriftsteller ihre Erbauung naiver Weise zu der Zeit zurückführen, wo Serubabel den zweiten Tempel zu Jerusalem errichtete, ist sie doch unleugbar wahrend der Herrschaft der Araber gebaut worden." „Von Santa Maria la Bianca führte man uns zur Kirche Nuestra Senora del Transit», die ebenfalls bis zu der Zeit der Vertreibung der Juden aus Spanien Synagoge gewesen. Als ich dieses Gebäude verließ, notirte ich mir zu Toledo selbst Folgendes: Diese Synagoge ist wahrscheinlich so benannt, weil sie von einem Kultus zum andern überging (Transttu). Aeußerlich verräth sie die Existenz eines alten Denkmals nicht; fie liegt unter einem Haufen kleiner Häuser, die sich an sie lehnen, ohne Ordnung und aus verschiedenen Zeiten. Hat man an eine niedrige Pforte geklopft, und ist durch den Korridor eines kleinen Hauses geschritten, wird man durch eine alte Frau in das Innere der Synagoge geführt; was an sich schon schön ist, erscheint so durch die Wirkung des Gegensatzes und Unerwarteten noch schöner. Es ist ein ziemlich großer Umfang, ein länglichtes Parallelogramm, dessen vier Wände sich zu einer großen Höhe erheben und ein winklichtes, äußerst komplizirtes Zimmerwerk tragen. Dieses Zimmerwerk ist aus rothem Holze gebaut, geschmückt mit vergoldeten Leisten und Zierrathcn; man sagt, es ist aus Zedernholz, mit großen Kosten vom Libanon geholt, welches die Eigenschaft hat, keine Feuchtigkeit anzunehmen und keine Art Insekten zu ernähren. Thatsache ist, daß die Höhe nicht gestattet vorauszusetzen, daß es oft gereinigt werde, und daß cs dennoch seine Farbe von dunkelm Acajou und die erste Frische seiner Vergoldungen bewahrt hat. Die Mauern sind weiß überkalkt, und bis zur Mitte ihrer Höhen ohne Zierrathen; dann kommt ein fußbreiter Streifen in Relief, auf welchem, ebenfalls in Relief, große hebräische Buchstaben stehen. Ein wenig darüber eine andere, fünf oder sechsmal breitere Einfassung, auf welcher sich Arabesken in Skulptur erheben, von einer unendlichen und bewunderungswcrthen Arbeit, wo die Blätter, die Früchte, die Stengel in unfaßbaren Windungen sich mischen, sich kreuzen, verlieren, wiedersinden, folgend der Laune des Künstlers, aber stets in der Weise, daß die Weinrebe vorherrscht, die ihre harmonischen Umrisse und ihr breites Laubwerk mitten durch das Labyrinth der Arabesken führt, und die von Zeit zu Zeit sich unterbricht, um einen Platz für das Wappen von Kastilien zu lassen." „Ueber diesen Arabesken befindet sich abermals eine hervorspringende Einfassung, bedeckt, wie die erste, mit hebräischen Inschriften, deren Charaktere, sei es durch die Laune eines modernen Restaurateurs, sei es weil sonst ihre Höhe sie genau zu unterscheiden verhindern würde, in Weiß auf grünem Grunde gemalt sind." „Darüber, in großen Zwischenräumen, sind Bogenfenster, deren ganze Oeffnung mit einer ä jour gearbeiteten Arabeske überzogen ist, so daß das Licht nur durch die launigen Windungen derselben hindurchgelangt." „Man trat und tritt in den Tempel durch eine Seitenthüre. Die obige Beschreibung betrifft nur die

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