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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-09-03 · Heft 36 (3.9.1849) · p. Seite 515

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 36 (3.9.1849)
Date
1849-09-03
Page
Seite 515 (sequence 15)
Language
German
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515 daß zum Komponiren musikalische Anlage (Genie) und eine genügende Kenntniß der Harmonielehre gehört! Ein dritter Uebelstand bei unserm Synagogengesang ist die Entbehrung der Orgel als begleitendes Instrument zu den Gesängen. Ihre Töne sind es, die uns des Irdischen entheben und unser Herz mit unwiderstehlicher Gewalt zum Himmel richten. Durch die Begleitung der Orgel bekömmt erst der Gesang Kraft und Fülle, die unreinen Stimmen werden durch sie verdeckt und das Detoniren, was sonst bei den besten Sängern vorkommt, gänzlich vermieden. Wo daher nur irgend die Anschaffung einer Orgel ermöglicht werden 'könnte, da sollte es doch ja geschehen, denn durch die Orgel bekommt der Gottesdienst erst wahrhaften Aufschwung und eine heilige Weihe *). Schließlich noch einige Worte über das Projekt einer jüdischen musikalischen Zeitschrift. Nach meiner Ansicht würde ein solches Blatt schwer zu gründen sein und dabei wenig Nutzen bringen. Denn einmal möchte die Zahl der wirklichen Komponisten sehr gering sein und Stümpereien drucken zu lassen halte ich für eine Schande; anderseits aber würde durch solche verschiedenartige Gesänge, die die Zeitschrift liefern soll, die Einheit in unserm Synagogengesange nicht hecgestellt, sondern die alte Stückchenmanier noch mehr fortgepflanzt. Eine Sammlung guter zwei- und dreistimmiger Gesänge, das ist es, was uns fehlt und was allseitig mit Freude ausgenommen würde. — Wie eine solche Sammlung beschaffen sein muß, habe ich rheilweise schon angedeutet. Die Gesänge müssen in enger Harmonie mit einander stehen und dem Charakter der alten Melodieen und der Gebete angemessen sein. Traditionelle Gesänge müssen von allem Gejodel gereinigt und harmonisch bearbeitet werden. Ein bloßes Niederschreiben der alten Melodieen genügt nicht. Dabei müßten auch die Rezitative des Vorsängers berücksichtigt werden. Möchte ein Mann, der Musiker und zugleich Kenner der traditionellen Melodieen ist, uns recht bald mit einer solchen Sammlung beglücken. — Ware aber durch ein solches Werkchen dem Mangel an Gesängen für kleinere Chöre abzuhelfen, so könnte durch Aufsatze über Synagogengesang, über Einübung und Einrichtung der Chöre rc. in diesem weit verbreiteten *) Sind es blos die mangelnden Geldkräfte, oder nicht weit öfter noch die religiösen Vorurtheile, welche der Anschaffung der Orgel und ihrem Gebrauche am Sabbat und Festtag entgegenstehen? Re da kt. Blatte dieser Zweig unsers Gottesdienstes immer mehr und mehr veredelt werden." Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Vi Ngr. <1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ein geprüfter Elementar- und Religionslehrer, der auch Vorbeter und Schächter sein muß, kann sogleich in einer Gemeinde meines Sprengels eine Stelle erhalten. Trier, im August 1849. I. Köhn, Oberrabbiner. GSf" Bezugnehmend auf unsere Bekanntmachung vom 2. April d. I. in diesen Blättern zeigen wir hierdurch an, daß die Stelle eines Vorbeters und Lehrers in hiesiger Gemeinde noch nicht besetzt ist, und werden ftankirte Anmeldungen von unserm Herrn Landrabbiner Lerndsbevg bis zum 30. September enlgegengenommen. Hildesheim, den 27. August 1849. Die Vorsteher der Synagogengemeinde. I. Meyerhof. W. Dux. Aufforderung. Die vor fast einem Jahre abgebrannte Klaus ‘jus*» tnm ist jetzt wieder so weit aufgebaut, daß zu nächsten nrwn wer-, deren Einweihung beabsichtigt wird. Jenes unglückselige Ereigniß zerstörte bekanntlich die reichen Schätze, die die ehrwürdige Anstalt an 'Tin und Tttbn ^bö besaß, fast gänzlich. Seit der Zeit hat zwar religiöser Sinn und Hochherzigkeit, gepaart mit echt jüdischer Wohlthatigkeitliebe darin gewetteifert, den bedeutenden Verlust des iznTaii nra, durch theilweise werrhvolle Schenkungen von weniger fühlbar zu machen, zu ersetzen. Doch Vieles, ja das Meiste bleibt in dieser Beziehung noch zu thun übrig. Im Vertrauen daher auf jenen allbewährten, da wo es die Förderung eines religiösen Liebeszweckes galt, nie vergeblich angerufenen lüdischen Wohlthatigkeitssinn, in der festen Ueberzeugung, daß das Gefühl für '-nn und ,hnn m?2bn, zumal wo durch Vereinigung des Tabbi rrnbb des Studiums höchste Blüte und Bedeutung erreicht wird, noch mächtig in der Brust vieler Glaubensgenossen wiederhallt, erlauben sich die Unterzeichneten Vorsteher ihre Mitbrüder von nah und ferne, so im Besitze hieher gehöriger 'Tin oder ''idd ni?2^b sich befinden sollten, zu bitten, solche als Opftr an heiliger Statte niederzulegen, '*i n?ar-in na nnb

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