Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1849)
- Date
- 1849-09-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIII. Jahrgang. No. 36. Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur Dr. Ludwig Philippfon, Rabbiner zu Magdeburg. Verlag von Bauwgärtners Buchhandlung zu Leipzig. Leipzig, den 3. September 1849. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 96 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22{r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Harfenklänger Neuere Psalmen (Fortsetzung), 4. 5. 6. 7. 8. Leitender Artikel: Ueber Bildung von Sprengeln. Zeitungsnachrickten r Deutschland: Berlin, Denstetten, aus Baiern, Leipzig, Schwerin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Ungarn: Pesth. Türkei: Konstantinopel. Literarische Nachrichten r Magdeburg, Magdeburg, Leipzig, Leipzig. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Lehrwesen, von L. Hofheim er (Schluß). — Synagogengesang. Harfenklänge. Neuere Psalmen. (Fortsetzung.) 4. Meine Seel' ist zerrissen, meine Brust zerstört: Wer ist's, der meinem Leide wehrt? Meine Feinde hören nicht auf zu hassen, Meine Freunde haben mich langst verlassen, Meine Liebe ward betrogen. Mein Frieden ist von dannen gezogen; Was ich gehofft, ward nicht erfüllt. Was ich ersehnt, ward nicht gestillt. Was ich gebaut, es ist zerfallen. Und meine Worte verhallen. Habe emsig und emsig gerungen, Stunde für Stunde den Arm geschwungen, In der Nacht träumt' ich und sann ich, Am Tage wirkt' ich und spann ich — Als nun die Zeit der Vollendung genaht: War Täuschung die ganze That! Meine Stunden, meine Tage, gieb sie mir wieder, Mein Sinnen, mein Mühen, meine Jugendglieder, Gieb sie zurück und nimm Deine Träume, Daß ich den heuchelnden Trug von mir räume... . Meine Seel' ist zerrissen, meine Brust zerstört, Wer ist's, der meinem Leide wehrt? 5. Hier ist ein Ende, und dort ein Ende: Hier der Gedanke, und dort die Macht — Daß sich bald da-, bald dorthin wende Der Mensch, doch zu End' hat er's nie gebracht. Bahnet sich mühsam den Pfad der Gedanken, Theilet dann sorglich des Lebens Gebiet, Daß er, nicht irrend, in Grenzen und Schranken Wohl geordnet das Ganz' übersieht. Aber draußen die Macht, die Macht, Fest auf der Vorzeit Vesten gegründet, Hoch entkeimt aus geschichtlicher Nacht, Wie sie die Kraft und die Waffen findet, Und im neuen, im blutigen Streit Jagt den Gedanken so weit, so weit! * * t