Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 34 (20.8.1849)
- Date
- 1849-08-20
- Page
- Seite 484 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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484 3) Die drei ersten Sprüche ohne Unterbrechung. 4) Vierter Spruch mit Einschluß von fir®, öTh, 'rt ytS-i ■'t-p, eines deutschen Gebetes und des abgekürzten 5) Schluß. 6) iroba abgekürzt. 7) Deutsches Gebet, vom Rabbiner. 8) NNL, 'N ein jedes zuerst vom Rabbiner, dann vom Vorbeter, dann von der Gemeinde gesprochen. 9) Kurzer Gesang. Schulwesen. Langenschwalbachim Herzogth. Nassau am 20.Juni. Geehrter Herr Redakteur! Auf den Grund Ihrer Erwiederung, welche Sie in Nr. 28 Ihrer Zeitung den nach jüdischen Lehrerseminarien sich erkundigenden Jünglingen gegeben haben, sehe ich mich veranlaßt, 'zu berichten", daß das hiesige Religionslehrer-Sem inar nicht blos ins Leben getreten, sondern auch in einer gedeihlichen Entwickelung sich befindet, so, daß bis zum kommenden Herbste schon die Halste der aus öffentlichen Staatsfonds unterstützten Schuladspiranten austreten und eine gleiche Anzahl in der Anstalt wieder ausgenommen wird. Von diesen Unterstützungen sind nun freilich die Nichtnassauer ausgeschlossen; indem die Staatsbehörde voraussetzt, daß auch in den übrigen deutschen Staaten dergleichen inländische Jünglinge theils aus öffentlichen Fonds und theils aus Privatmitteln unterstützt zu werden verdienen. Dessenungeachtet dürfte die hiesige Anstatt selbst für auswärtige Jünglinge eine der billigsten und deßhalb nicht minder zweckmäßigsten sein, indem die Adspiranten für die Nabrung nur 70 fl. und für die Wohnung nur 10 fl. jährlich zu zahlen haben. Erstere erhalten dieselben bei hierzu bestimmten Kostgebecn, und Letztere im Haufe des Unterzeichneten, unter dessen beständiger Aufsicht und Leitung sie überhaupt stehen. Das Honorar für den Unterricht in der Realschule und im Seminar selbst sind ohnehin so geringe, daß sie für auswärtige Jünglinge, welche die hiesige Anstalt besuchen wollen, kein besonderes Hinderniß darbieten werden; und darf man sich hierüber in portofreien Briefen an den Unterfertigten wenden. Inzwischen hoffe ich, demnächst von einer noch zweckmäßigem Einrichtung des israelitischen Religionslehrer-Seminars im Nafsauischen berichten zu können, wodurch selbst für Auswärtige der Besuch desselben bedeutend erleichtert wird; und lege ich Ihnen schließlich eine Abschrift von dem Lehr- und Stundenplan der hiesigen Anstalt für das gegenwärtige Sommersemester zur gefälligen Veröffentlichung bei. vr. Hochstädter*), Bezirksrabbiner. Lehr- und Stundenplan für das israelitische Religionslehrerseminar zu Langenschwalbach im Herzogthum Nassau während des Sommersemesters 1849. Sonntag. Von 7—8 Uhr: Pädagogik und Didaktik; von 9—12: beim Unterrichte der beiden Klassen in der Religionsschule beschäftigt; von 2—4: beim Konsirmandenunterrichte anwesend; von 4—5: Pentateuchübersetzung mit hebräischen Kommentarien, nebst Uebung in der synagogalen Vortragsweise nach der Wochenordnung; von 5—6: Korrektur einer religions-katechetischen Aufgabe. Montag. Von 5 — 6 Uhr: Fest-Midraschim und -Piutim; von 8 —9: hebräische Sprachlehre; von 9 —10: deutsche Geschichte (in der Realschule); von 10—11: Korrektur der hebräischen und chaldäischen Sprachaufgaben; von 2—3: Geographie (in der Realschule); von 3—4: Klaviervorbereitung; von 4—5: Klavierunterricht; von 5-6: Pentateuchübersetzung mit Kommentarien rc. Dienstag. Von 5 — 6 Uhr: jüdische Volks- und Religionsgeschichte mit chronologischen Auszügen; von 8 — 9: Physik (in oer Realschule); von 10—11: Rechnen (in der Realschule); von 1—2: Zeichnen (in der Realschule); von 2—3: Violinvorbereitung; von 3—4: französische Sprache (in der Realschule); von 4— 5: Violinunterricht; von 5—6: Pentateuchübersetzung mit Kommentarien rc. Mittwoch. Von 5 — 6 Uhr: Uebersetzung des Buches Jesaja mit hebräischen Kommentarien; von 8—9: Rechnen (in der Realschule); von 9—10: französische Sprache (in der Realschule); von 10 — 11: Schönschreibensinder Realschule); von 1—2. Korrektur der jüdischen Geschichtsaufgabe; von 2—3: beim Konftrmandenunterrichte anwesend; von 3—4: Synagogengebrauche (od. Liturgie! erklären; von 4—5: das Wichtigste hiervon niederschreiben; von 5—6: Pentateuchübersetzung mit Kommentarien rc. *) So eben erhalten wir einen Brief des gesch. Herrn in einem allzugereizten Tone, warum wir Obiges noch nicht abgedruckt. Herr vr. H. hatte vergessen, daß er seinen Aufsatz — per Gelegenheit geschickt. Redakt.